Malzkaffee rocks

Es war ein launiger Abend mit S. und D. Nachdem wir allerlei Geschichten aus der WDW ausgetauscht hatten, wandten wir uns auch einem Thema zu, das anscheinend nicht nur mir seit Langem auf der Seele brennt: Malzkaffee. Wir drei sind überzeugt: das wird das neue Kultgetränk. Was dem Bobo der Nullerjahre der Caffé latte, ist dem Bobo der Zehnerjahre der Malzkaffee.

In Zeiten, in denen ein Milchkaffee sowieso nur mehr aus einem Viertelliter Milch und drei Tropfen Espresso besteht kann mir da auch niemand damit kommen: “Aber der Kaffeegenuss”. Und zu den Espressotrinkern: ich glaube euch nicht. Ich glaube euch nicht, dass ein Minitasserl mit hochkonzentriertem Bittergesöff euch wirklich schmeckt. Nicht ohne die Zugabe von Mindestens zwei Löffeln Zucker.

Überhaupt finde ich ja, dass dieser Kaffeekult in den letzten Jahren ein bisschen zuviel geworden ist. Weil, wir können ja nicht beim Eduscho einen den Kaffee kaufen. Nein, wir müssen zum italienischen Feinkostladen pilgern und dort gefühlte 50 Euronen für einen Viertelkilo ausgeben. Hmm, aber eigentlich sollte er ja faitrade sein. Naja – blöd. Und zubereiten können wir ihn natürlich nur in der absolut stylischen Retro-Espressomaschine.

Im gleichen Atemzug und weil ich gerade so schön in Fahrt bin möchte ich auf das vollkommen unnötige Aufkommen der Bitterschokolade hinweisen. Weil sie auch in diese Kategorie pseudopurer Genuss fällt. “Also ich ess nur noch Bitterschokolade. Die 60prozentige.” – “Pah, also unter einer 80prozentigen tu ich’s nicht mehr.” – “Und ich, ich leck nur noch Kakaobohnen ab. Das ist so viel purer.” Als eingefleischtem Milchschokolademädchen jagt es mir kalte Schauer den Rücken runter. Vor allem wenn dann die Argumentation kommt: Bitterschokolade ist viel gesünder als Milchschokolade. Wenn ich etwas Gesundes will, esse ich einen Apfel. Wenn ich Schokolade esse, weiß ich, dass das nicht gesund ist. Es ist mir aber auch egal.

Und genau hier kommt der Malzkaffee ins Spiel. Er ist quasi die Milchschokolade unter den Kaffeesorten. Hat nur noch sehr entfernt etwas mit Kaffee zu tun, erfreut aber den Gaumen und streichelt die Seele. Er ist, wie D. meint, das perfekte Placebo. Wenn ich will, dass er micht munter macht, belebt er. Trink ich ihn vorm Schlafengehen, habe ich wohlige Träume. Bin ich hungrig, macht er mich satt. Und man kann ihn an den individuellen Geschmack anpassen. D. liebt ihn schwarz. S. mit ein bisschen Milch. Ich mit genug Milch. Vollmilch versteht sich.

Wir planen nun die Malzkaffee-Revolution.Und wir haben gute Argumente. Denn neben dem unvergleichlichen Genuss, macht noch etwas Malzkaffee so unwiderstehlich: der Retro-Faktor. Wer kennt sie nicht, die Caro-Kaffeedose. Und wir werden sie alle wieder in unserer Küche, im Büro und ja, auch im Kaffeehaus haben wollen.

Wir machen Malzkaffee zum Kultgetränk. Und wie hat S. mit einem Glitzern in ihren Augen gemeint: “Wenn wir das schaffen. Dann kann uns nichts mehr aufhalten.”

One thought on “Malzkaffee rocks

  1. joemoe

    bin da eher für malzbier!

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