Ums Oaschlecken

Das Problem mit Möbeln ist ja folgendes: man vermisst sich gar so leicht und dann hat man zwar, sagen wir, einen schönen neuen Kasten, aber keinen Platz mehr fürs Sofa. So geschehen kürzlich in der MG-WG.
Zugegeben, ganz unschuldig war ich daran nicht. Weil, hmm, wo fang’ ich da an? Also: Wenn Sammler zusammenziehen hat das einen enormen Nachteil: es ist immer, wirklich immer zu wenig Platz. Egal wie groß die Wohnung auch sein mag, oder wie sehr sich die Personen auch bemühen mögen, nicht alles aufzuheben oder gar hin und wieder auszumisten – irgendwann platzen sämtliche Schränke aus allen Nähten und Bücherregale quillen über. Und wenn das der Fall ist, krieg ich persönlich einen Riesenrappel und muss alles anders machen, neu machen, wieder schön machen und das sofort. Zum Beispiel für meine Bücher. Meine armen Augensterne hatten keinen Platz mehr. Mein Plan: einfach das Wohnzimmer umeinzurichten. Das wiederum stieß bei W. erstaunlicherweise auf wenig Gegenliebe. Sein Vorschlag: schau ma doch einmal, was wir in unserem K-Kammerl so machen können (K steht wahlweise für Kafka oder Komplex. Weil das Zimmer ist einfach unser wunder Punkt. Keiner weiß, was da eigentlich alles so genau drin ist und ein Blick hinein genügt um uns die Ausweglosigkeit menschlichen Seins vor Augen zu führen).
Eine kleine Enttäuschungsminute später (ich hatte wirklich große Pläne fürs Wohnzimmer) springe ich gerne auf diesen Zug auf. Bin ja auch nicht ganz blöd – der überlegt sich das dann vielleicht noch und eine Pattstellung im WG-Rat hilft niemandem.
Nach kurzem Hin und Her entschließen wir uns also in ein paar Regalbretter, einen Billy- Aufsatz und einen Schiebetürenschrank zu investieren. Gesagt getan. Bald sind die Bretter an der Wand und nicht ganz so bald steht der schicke Schrank. An dieser Stelle möchte ich allen einen wirklich ernst gemeinten Rat geben: Stellt nie, nie, nie einen Schiebtürenschrank selbst auf. Das ist wirklich einfach nur die größte Drecksarbeit im Möbelaufbausektor, die’s gibt. Billy kann ich im Schlaf, Malm kenn i mi aus, Expedit ist tricky aber geht – nicht das ich auch nur ein Möbelstück jemals gerne aufgebaut habe, dazu fehlen mir die Enzyme (Papa, verzeih mir) – aber es geht schon. Und das obwohl ich handwerkstechnisch eigentlich ein ziemliches Oberei bin. Aber Schiebetürenschrank – Schiebetürenschrank lasse ich in Zukunft nur mehr aufbauen. Aber jetzt steht er halt schon einmal und jetzt bleibt er auch stehen. Doch als mein lieber W. und ich dann versuchten das Gästeausziehschlafsofa in seine gewohnte Position zu bringen, da war da halt grad, um mit den Worten meiner Mutter zu sprechen, ums Oaschlecken zu wenig Platz. Deshalb sind wir jetzt auf der Suche nach einem neuen, kleineren Ausziehsofa. Braucht jemand ein altes?

Last Modified on December 6, 2010
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