Sechs Verdächtigen auf der Spur

Zwischendurch einmal ein kleiner Lesetipp, ist mir auch schon empfohlen worden und ich kann nur sagen: bitte lesen.
Es geht um “Six Suspects” von Vikas Swarup. Ein Indien-Krimi der etwas anderen Art. Meine eine setzt bei Krimis ja gerne auf die gute alte Agatha Christie. Kein blutiges Gemetzel, ein herrlich überheblicher Hercule Poirot mit zu kleinen Lackschuhen und eigentlich kann man nie wirklich wissen, wer’s war.
“Six Suspects” ist nicht ganz so unblutig, aber zumindest kein Psychothriller mit perversem Ritualmörder.
Kurzum, ein Mord ist passiert und sechs Verdächtige wurden festgenommen. Das wär’ ja an sich nicht so rasend toll. Aber wie’s der gute Herr Swarup (übrigens der Autor von “Q&A”, der Vorlage von Slumdog Millionaire) uns Lesern präsentiert ist wirklich großartig. Zum einen ist da die Struktur (hab’ ja eine Schwäche für Romane, die einfach ein bisschen anders aufgebaut sind): Ein investigativer Journalist präsentiert uns den Mordfall. Das Opfer ist ein rücksichtsloser, machtgieriger Verbrecher, den sein Politikervater immer wieder vor dem Gefängnis bewahrt hat. Doch, so der Journalist, auch dieser Mord muss aufgeklärt und der Schuldige bestraft werden.
Dann werden uns die sechs Verdächtigen vorgestellt. Jeder auf seine ganz eigene Weise, in unterschiedlicher Form: als Tagebuch, als Ich-Erzählung, mit Erzählerstimme….
Dann werden die Motive präsentiert, die Beweise und schlussendlich die Lösung.
Was neben dem großartigen Schreibstil und der Fähigkeit des Autors beim Leser echte Emotionen hervorzurufen noch dazukommt ist der Einblick in die indische Gesellschaft.
Unglaublich spannend. Nicht nur für kalte Novembertage.

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