Was wär die Woche ohne Donnerstag

Huch, ich bin ganz aufgeregt und ein wenig enttäuscht von mir selbst, weil ich jetzt erst draufkomm: Jasper Fforde hat ein neues Thursday Next-Buch veröffentlicht. Muss ich mir gleich besorgen und lesen. Vorab sei es aber gleich amal empfohlen. Weil der Gute kann nix Schlechtes geschrieben haben.

An alle, die sich jetzt “Jasper, who?” und “Thursday, what?” denken: Shame on you. Weil, der schreibt so toll und diese Serie ist einfach so großartig, den muss man doch einfach kennen. Aber gut. Bin ja auch erst durch L. auf ihn gestoßen worden. Außerdem will ich ja niemanden beleidigen, sondern Jasper Leser beschaffen.

Also von Anfang an. Ffordes Thursday Next-Romane spielen in einer Parallelwelt zu unserer. Sie lebt in Swindon, England. Doch England ist eine Republik, Wales unabhängig, es gibt Neanderthaler und Mammuths. Literatur spielt eine weit wichtigere Rolle als bei uns – viele wollen ihre Namen in die eines berühmten Autors ändern, überall gibt es “WillSpeaks”. Vor allem die Grenzen zwischen Literatur und Realtität sind sehr dünn. Thursday ist eine Literaturdetektivin, die in Bücher hineinspringen kann. (Wie gerne wollte ich das als Kind immer können). Genauso gut können die Figuren aber auch aus den Büchern raus, wenn sie nur wissen wie’s geht. Die Protagonisten sind sich auch bewusst, dass sie in den Büchern nur eine Rolle spielen, quasi wie Schauspieler. Sie wissen, wann sie ihre Auftritte haben und es gibt sogar Stand-ins, wenn die Hauptdarsteller einmal verhindert sind (alles ganz genau aufgedröselt in “Well of Lost Plots” meinem Lieblingsfforde). In der Realität hat die mächtige Goliath-Corporation ihre Finger überall im Spiel und fungiert als Schattenregierung. Und Thursday muss auch gegen die kämpfen. Und das alles tut sie in: “The Eyre Affair”, “Lost in a Good Book”, “The Well of Lost Plots”, “Something Rotten”, “First Among Sequels” und nun auch “One of our Thursdays is missing”.

Ich bin ja eigentlich nicht so die Freundin von Fantasy-Romanen. Aber einfach die Idee, in Bücher reinzuspringen, hat mich die Texte lesen anfangen lassen. Und ich bin dabei geblieben. Es ist ja nicht nur Fantasy. Es ist a bisserl Krimi, es gibt irrsinnig viele intertextuelle Anspielungen, Hinweise auf literarische Werke. Cheshire Cat (also die Grinsekatze aus Alice in Wunderland) ist etwa der Bibliothekar der Buchwelt- großartig.

Ich würde empfehlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Macht die Sache einfacher. Es wird sicher nicht jedem jeder Teil gleich gut gefallen. Ich etwa war begeistert vom “Well of Lost Plots”, N. weniger. Aber einfach einmal mit “The Eyre Affair” anfangen und genießen. Bitte lesen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *