Viva la kakaohaltige Fettglasur

“Kakaohaltige Fettglasur. Vergiss Schokolade. Immer wenn’s richtig gut ist, isses kakaohaltige Fettglasur”, teilt mir Ch. im Kaffeehaus über Fritattensuppe (sie) und Apfelstrudel (ich) mit. Überraschenderweise sind wir nämlich einmal wieder beim Thema Essen gelandet. Ich bin gerade wieder verzweifelt, weil sich mein wirklich schon geringer Schokikonsum einmal öfter auf meinem Kinn bemerkbar macht. In Pickelform. Willkommen in der Spätpubertät. Doch laut Ch. steckt die wahre lukullische Freude in, genau, kakaohaltiger Fettglasur. Weil das Hauberl vom Twinni ist keineswegs Schokolade. Ist zwar auch braun, knackig und picksüß. Ist aber KF. Und ganz ehrlich, das ist ja auch das Beste am ganzen Twinni. Ich hab’ ja nie verstanden, warum die Leute immer das Spitzerl zuerst abbeißen. Bin ja mehr die, die das Beste bis zum Schluss aufhebt. Eine zugegeben etwas schwierige Aufgabe, wenn das Beste eigentlich der erste Teil wäre, den man laut Eishersteller essen soll. Aber ich habe Jahre gehabt um meine Technik zu vervollkommnen. Das einzige, was mir jetzt noch reinpfuschen kann, ist zu warmes Wetter. Weil dann rinnt ja das ganze Wassereis samt KF weg. Nicht so prickelnd. Ch. versteht mich übrigens. Twinni-technisch. Sie macht’s genauso. Und damit ist sie die einzige, die mich und mein Twinni nicht komisch anschaut.

Die Erkenntnis, dass ihre Lieblingssüßigkeit KF ist hat sie vor Jahren auch zu drastischen Maßnahmen greifen lassen. KF gibt es nämlich auch so zu kaufen. Pur. Unter dem Decknamen Tortenglasur. Soll wirklich wunderbar zum Löffeln sein. Ein wahrer Genuss. Kurz danach wird einem dann halt sauübel. Sagt Ch. Ich glaub’ ihr das einmal ungetestet.

Aber ganz abschwören können wir der Schoki dann doch nicht. Obwohl früher, da hat’s schon auch ganz tolle süße Glücklichmacher gegeben. Milketten, anybody? Die besten waren die Erdbeer, da sind Ch. und ich uns einig. Haselnuss war nicht so der Wahnsinn, wegen der immer leicht ranzig schmeckenden Nuss in der Mitte. Nougat war ok. Aber die Erdbeer. Die waren immer auf einem Sitz weg. Ist ja auch verführerisch. So kleine Stückerln. Angeblich gibt’s die ja noch. Aber halt mehr so auf Tankstellen. Als Autolose ist das für mich ja wenig hilfreich.

Und dann die Milka Croquetten. Diese perfekten runden Schokoportiönchen. Natürlich in Milchschokolade. In der Kartonrolle. Einfach zum rausschütteln. Schrumm schrumm. Mein Schwesterherz hat die immer gehabt. Und ich dann auch, weil als kleine Schwester muss man ja das probieren, was die große macht. Da hat sie einmal was echt Gutes gefunden. Aber jetzt gibt’s die nimmer. Auch die Facebookgruppe konnte sie nicht retten. Eine Schande.

Das waren sie. Die Milka Croquetten.

Er macht mich halt glücklich

Weil wir grad beim Thema Bücher sind: Ich geb’ es zu. Ich hab einen. Ich konnte nicht widerstehen. Weil er ist so hübsch und auch so praktisch. Der Kindle.

Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Noch vor eineinhalb Jahren dachte ich: E-Book-Reader? Nie! Aber naja, im Bücherregal ist auch nur begrenzt Platz. Und wenn mich die Umbauarbeiten vom vergangenen Herbst etwas gelehrt haben ist es, dass man danach vielleicht mehr Platz für Bücher hat, aber ein neues Sofa braucht. Weil’s nicht mehr reinpasst. Also hat mein Widerstand zu bröckeln begonnen. Langsam aber stetig bis der Kindle ein Haben-wollen-Dings war. (So als Zusatz zu den schönen Büchern im Regal). N. war auch schon längst Feuer und Flamme und K. sowieso. Aber das Dings gab’s halt nur aus den USA. Das hält einen dann doch eher noch davon ab. Als es dann aber auf amazon.de zu haben war, gab’s kein Halten mehr. K. hat noch während ich mit ihr telefoniert hab’ ihren bestellt. N. wollte zuerst warten. Eine halbe Stunde später hat sie die Bestellung losgeschickt. Und ich war diejenige mit der größten Selbstkontrolle. Hätte nicht gedacht, dass der Tag einmal kommen wird.

Hat auch nicht lange gehalten. Nur so zwei Wochen. Und ein paar Tage späte hielt ich ihn in Händen: schlank, elegant und anthrazitfarben. Und er hat einen schicken violetten Anzug. Nur noch keinen Namen. Brauch was mit K (weil K. Kindle, eh schon wissen). Aber Konrad, Konstantin oder gar Kevin (er is nämlich ein Bub), das klingt alles nicht so toll. L. meinte vielleicht Kafka. Hat zwar ein bisserl einen pseudointellektuellen Touch, gefällt mir aber trotzdem. Sie riet mir nur davon ab, meinen Kindle Kant zu nennen. Das wäre zu doppeldeutig. Zumindest für Englischsprachige.

W. ist übrigens entsetzt. Seiner Meinung sind Kindle&Co Teufelszeug. Dabei sollte er doch froh sein, dass ich für ein bisserl Platzersparnis in unserer MG-WG sorge. Nicht dass der kleine K mit jemals gedruckte Bücher ersetzen wird. Ich will beides haben. Aber er macht mich halt glücklich. Der Kindle. Der W. natürlich auch.

Was unsere Lieblingsnachbarn so lesen

Weil sich die liebe Andrea so mit Job im hohen Norden, Podcasts und ein bisserl Leben drumherum scheinbar nicht ganz ausgelastet gefühlt hat, hat sie jetzt auch einen Blog gestartet. Und einen ganz tollen wie ich finde. In dem geht’s nämlich nur um Bücher. Wär’ ich auch nur ein bisserl konsequenter und durchorganisierter, würd’ sich meiner wohl auch nur um ein Thema drehen. Bin ich aber nicht. Deshalb ist der Elfenbeinturm auch ein Sammelsurium an allem, was mir durch den Kopf wuselt.
Jedenfalls hat es sich meine Lieblingsdeutschnachbarin zum Ziel gemacht, das was ihn ihrem Land so gelesen wird, ein bisserl genauer unter die Lupe zu nehmen. Gut so, wie ich meine. Bei mir findet ihr ja nur das, was ich lesen mag und hoffe, das auch andere lesen werden. Bei ihr gibt’s das Rundumprogramm. Also unbedingt hinklicken.

Im zweiten Kreis der Telefonhölle

Ich gebe es offen zu: Ich bin wohl nicht der geduldigsten Menschen eine. Ich schmeiß auch gerne einmal die Nerven weg. Und ich bin, besonders an schlechten Tagen oder wenn ich hungrig und/oder müde bin, eher leicht zu nerven. Was mir aber immer, wirklich immer – vollkommen unabhängig von meiner Tages- oder Stundenverfassung, vom Wetter oder der Gesamtsituation – unsäglich am Geist geht, ist Musikuntermalung statt Telefonklingeln beim Anrufen. Ich spreche nicht von Telefon-Warteschlangen (Obwohl die auch ihren Teil zum vorzeitigen Ergrauen meiner Haare beitragen). Kein: Zur Zeit sind alle Leitungen besetzt. Einer unserer Mitarbeiter kümmert sich sobald eine Leitung frei wird um Sie. Bitte etwas Geduld. Und eine gedüdelte Kleine Nachtmusik soll entspannend auf den Anrufer wirken. FYI: Tut es nicht. Wirklich nicht. Und es ist auch keine gute Idee “Guantanamera” mit Tastentönen zu spielen, liebe Gemeinde XY. Warteschlangen sind so ein ganz eigener Höllenkreis. Hauptsächlich reserviert für Journalisten. Und Menschen mit Problemen mit UPC.
Nein, ich meine den zweiten Kreis der Telefonhölle: Anrufmusik, die sich jeder für sein Handy persönlich einstellen kann. Also angenommen man würde jemanden von, pfuh, der Wirtschaftskammer brauchen und wählt ganz brav die Handynummer. Dann kommt da nicht hundsordinäres Läuten. Nein! Irgendein Italo-Schmalzheini singt von der ewigen Liebe, dem knackigen Hintern seiner Angebeteten oder Linguine mit Basilikumpesto. Zwischendurch wird das Gedudel ein wenig leiser und es klingelt sanft. Nur damit der Anrufer weiß, dass er noch anruft. Könnte ja sein, dass man das vergessen hat und glaubt die Notte italiana auf Radio Arabella erwischt zu haben. Wie bitte soll ich den Hansl da noch ernst nehmen?
Wer auch immer diese schwachsinnige Idee hatte, gehört eine Runde öffentlich ausgepeitscht. Danach muss er einen Tag lang nur Leute anrufen, die sich ihr derzeitiges Lieblingslied als Anrufton eingestellt haben. Aber keiner wird abheben und es wird auch nicht die Mailbox angehen, bis er das Lied nicht einmal ganz angehört hat.
Und wer auch immer sich sein Lieblingslied eingestellt hat, gehört ebenso bestraft. Und die, die das mit ihrem Arbeitshandy machen, kriegen noch ein paar Hiebe mehr. Sie haben’s verdient.

Eddie!

Die gerade wieder gesunkenen Temperaturen und mein noch immer andauernder Husten (Zwei Ereignisse, die einzeln schon nicht für gute Laune bei mir führen. Aber in Kombination – frage nicht) haben dazu geführt, dass ich wieder einen Stimmungsaufheller brauche. Verschreibungspflichtige Mittelchen mögen da vielleicht langfristig wirksam sein. Wenn’s aber einmal schnell gehen soll empfehle ich Eddie Izzard. Ein britischer Stand-up-Comedian und anders als so manche Komiker wirklich unglaublich lustig. Zugegeben, hab’s noch zu keiner DVD geschafft, aber es gibt ja noch immer Youtube und da klick ich mich am liebsten durch sein Programm “Dress to kill”. Sei es being bilingual (because there’s a fucking H in it), Stonehenge (One of the biggest henges in the world. Before Stonehenge there were Woodhenge and Strawhenge) und bitte nicht die british movies vergessen (What is it, Sebastian? I’m arranging matches.) vergessen! Aber die anderen sind sicher auch genauso großartig. Aber weil’s so nacherzählt halt nur minderlustig ist (und ich einfach nur blöd kichernd vorm Computer sitze, weil ich mich an die lustigen Szenen erinnere und euch das auch eher wenig bringt): Bitte anschaun.

::

::

::