Tanz auf dem Vulkan

Sonnenaufgang am Teide

Tja, auch der Elfenbeinturm braucht hin und wieder Urlaub. Aber jetzt bin ich ja wieder da und alles wird gut.
Gemeinsame Urlaube von W. und mir sind ja nicht ganz unkompliziert. Weil ich bin ganz zufrieden irgendwo am Strand mit einem Buch zu liegen und mich einfach nur hin und wieder zu wenden. W. will Sachen machen.
Gegen ein paar Aktivitäten außer schlafen und essen hab’ ich ja nix. Zwei Wochen durch Extrem-Beaching sind mir dann auch zu fad. Aber W. will ja auch am Strand am liebsten etwas machen. Der Kompromiss in diesem Jahr: Teneriffa. Da gibt’s Strand und Berge und Schluchten. Da kann man toll wandern und noch toller faulenzen. Das heißt den Großteil der Zeit haben wir damit verbracht, die beste Ruheposition im Sand zu finden (W. würde niemals zugeben, dass ihm das gefallen hat), und ein paar Mal haben wir uns in unsere Wanderoutfits geworfen und haben die Insel erkundet. Und, jössas, waren wir over-ausgerüstet.
Ich gebe ja gerne zu, dass ich über genügend Schuhe verfüge, die außer hübsch nicht viel sind. Aber bei annähernd sportlichen Betätigungen oder im Gelände hat sich mir einfach der unerschütterliche Glaube an festes Schuhwerk eingebrannt. Und Ballerinas sind kein festes Schuhwerk. Flip Flops auch nicht. Und es ist vielleicht nicht hunderprozentig klug mit kleinem Kind und einem Hund der wenig geländegängigen Art eine felsige Schlucht runterzumarschieren. Wobei der Hund ja nit blöd war. Hat sich melodramatisch hechelnd in den Schatten geworfen und wurde daraufhin den restlichen Weg getragen.

Besseres Schuhwerk hatten schon die, mit denen wir den Sonnenaufgang am Teide erlebt haben, Spaniens höchstem Berg und meinem ersten Fast-4.000er (Und ja, ich bin stolz auf mich). Dafür hatten einige kurze Hosen an. Und um sechs Uhr ist es auf fast 4.000 Metern Seehöhe auch auf Teneriffa so richtig arschkalt. Auch wenn, weil’s ein Vulkan ist, die Steine warm waren. Und nur damit W. einmal recht hat: Ja, es war schön.

Tanz auf dem Vulkan vlg Teide

So entspannt unser Urlaub war, der Abreisetag hat sich leider etwas weniger entspannt gestaltet. Wir wollten um 12 aus dem Appartement raus. Wie’s ausgemacht war mit dem Immobilien-Hansl. Der sah’s anders. Und als wir um halb elf vom Weinkaufen zurückkamen, um noch gemütlich zu frühstücken und packen. war die Putze schon da. Um elf kämen die nächsten. Ein kurzer Rückruf beim Vermieter brachte keine Veränderung. Also schnell gegessen und gepackt. Dafür hab’ ich mich im Duty-Free mit Kosmetika um fast 100 Euronen für mein Ruhig-Bleiben belohnt. (Pfoah, werd ich gut ausschaun.) Und mit einer großen aber feinen Auswahl an herrlich sinnlosen Magazinen mit wenig Text und vielen hübschen Bildern.

Der Flug von Teneriffa nach Madrid verlief erstaunlich störungsfrei. Abgesehen natürlich von der Tatsache, dass auf engsten Raum mit einer Horde Spanier eingesperrt zu sein, nur eine bedeutet: es ist furchtbar laut. Genauso, wie Spanier mit der mitteleuropäischen Wohlfühl-Gesprächsdistanz so gar nichts anfangen können, fehlt ihnen auch jegliches Gespür für Lautstärke.

Die wirkliche Überraschung kam aber beim Weiterflug nach Wien. Weil das Transportmittel fiel mehr so in die Kategorie “Fliegender Bus”. Wenigstens war’s keine Propellermaschine. Ich hab mir vorsichtshalber trotzdem eine weitere Anti-Reisekrankheit-Tablette eingeworfen. Damit war das Geruckel dann auch ok. Und es gab, anders als bei der Iberia sonst üblich, sogar was zu Essen und zu Trinken. Das Sandwich war erstaunlich wenig geschmacksneutral – Mayonnaise sei Dank. Und ich bilde mit einfach ein, die Flankerl im Orangensaft waren Fruchtfleisch. W. war’s wurscht. Der hat im Flugbus die Spiele am Handy entdeckt. Und war damit über zwei Stunden beschäftigt. Ein gelegentliches Faust-Ballen, manchmal begleitet von einem “Ja!” haben mir gezeigt, dass er langsam den Dreh raus hat. Er hat mich übrigens gewarnt etwas von seiner “Faszination für kindische Telefon-Spiele” (sic!) zu verraten. Dann würde er seinen eigenen Blog anfangen. Sehr schön, ich warte. Würd ihn dann auch verlinken.

2 thoughts on “Tanz auf dem Vulkan

  1. Vielen Dank für die Postkarte! Und schön tanzt du da!

  2. Huch, ganz vergessen: Bitte, gerne! Und danke;)

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