Garfield hat immer Recht

Ich hasse das morgendliche Aufstehen. Nicht nur, wenn ich wie zur Zeit furchtbar verkühlt bin und keine allzu ruhigen Nächte hinter mir habe. Ich hasse Aufstehen immer. Egal welche Uhrzeit, egal Wochentag, egal welche Jahreszeit, egal welches Wetter. Mein bester Freund in der Früh ist die Schlummer-Funktion am Handywecker. Es ist herrlich zu wissen, dass es zwar geläutet hat, ich aber noch nicht sofort aus dem Bett muss. Ich kann noch einmal wegdösen und mir einbilden, dass diese neun Minuten Zusatzschlaf ausreichend sind. Oder an ganz argen Tagen in dieser Vorwach-Phase mir überlegen, was ich anziehen werde. Oder einfach nur die Radio-Nachrichten hören. Weil der Wetterbericht ist wichtig. Kleidungstechnisch. Und auch launentechnisch.

Später, beim Frühstück, nach den ersten paar Schlucken Tee, unterhalte ich mich gern. Aber bis dahin brauche ich die gut 20 Minuten zum aus dem Bett krabbeln, Waschen und Anziehen, um mich mit der Welt und dem Gedanken zu versöhnen, dass ich jetzt wirklich aufgestanden bin.

Mein Problem: W. ist da ganz anders. Beim ersten Weckerläuten will er aus dem Bett hüpfen. Wenigstens hab’ ich ihn schon so weit, dass er die Schlummerphase noch liegen bleibt. Aber nicht ohne ein fröhliches: “Hast du gut geschlafen?” Ernsthaft? Ich schlafe noch immer! Und bitte, geht das einen Tick weniger wach? Auf mein allmorgendliches “Mmmh” folgt meist ein: “Komm Schlafmütze! Zeit zum Aufstehen.” Zu diesem Zeitpunkt möchte ich ihm eigentlich nur noch weh tun. Wenn er mich dann auch noch kitzelt, kann das nur von einem ausgeprägten Todeswunsch herrühren.

An besonders übermütigen (oder todessehnsüchtigen) Tagen singt er sogar. Früher war’s “Guten Morgen liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da”. Jetzt hat er ein neues Lied. Dank M. und der schlechtesten Autofahr-CD ever. Eines der wohl nervigsten Lieder, die mir bisher untergekommen sind. Cat Stevens “If you want to sing out”. Ein Mann und seine Klampfe retten die Welt mit der Wahnsinns-Botschaft: Du kannst alles sein, was du willst. Du musst dich nur trauen. Und dem schönen Textteil “ahahaah!”. Wahrscheinlich nimmt sich W. das zu Herzen. Das mit dem Mut. Ansonsten würde er meinem bösesten Morgen-Gesicht nicht so eifrig trotzen.

::

::

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *