Warum ich keine Tierfilme schauen sollte

Ich hab das an anderer Stelle ja schon einmal erwähnt: Ich bin selbst für Tierfilme viel zu emotional. Und ich kann’s gar nicht verstehen, dass andere vollkommen immun sind. W. zum Beispiel ist da ein kalter Fisch. Kürzlich sind wir beim Durchzappen auf einen Tierfilm gestoßen. Und da war ein Löwenrudel und einer der Babylöwen hatte gelähmte Hinterbeine. Gelähmte Hinterbeine. Wirklich. Der konnte sich nur mit den Vorderbeinen weiterschleppen. Und er war so tapfer. Und seine Mama hat so lieb auf ihn aufgepasst, aber sie hat gewusst, dass er wenig Überlebenschancen hat. Sie hat geschaut, dass er sich zum erlegten Zebra schleppt und dort etwas frisst. Damit er nicht zu schwach wird und ihn das Rudel einfach so zurück lässt. Aber genau das wird passieren, wie einem das herzlose Voiceover verrät. Ernsthaft? Wo sind da die Tierfreunde mit ihren tollen Ideen. Da könnt man ja so ein Wagerl bauen, auf das sein Hinterkörper gelegt wird. Ja, gut, in der Savanne wird das nix mehr für ihn. Aber man kann ihn ja mitnehmen. Jeder überzüchtete Drecksdackel wird mit den teuersten Medikamenten vollgestopft, zur Physiotherapie und zum Psychologen geschickt. Es werden ihm die absurdesten Gehhilfen gebaut und so ein süßes, armes Löwenbaby lassen die einfach verrecken. Und es soll mir jetzt keiner mit “Aber wir dürfen ja nicht in die Natur eingreifen” kommen. Was machen wir denn sonst dauernd? Also ich hätt’ das Löwenbaby eingepackt. Das könnt dann mit mir am Sofa liegen. Tät’ ihm sicher gefallen. Und ich hätte nicht Rotz und Wasser geweint, weil ich wieder einmal bei einem Tierfilm hängen geblieben bin.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *