Normale Frauen wollen alles schaffen. Isso.

Eigentlich war’s ein netter Tag, ein schöner Wochenausklang, wenig aufregend. Keine bösen Überraschungen in der Arbeit und ich wollte schon einigermaßen entspannt ins Wochenende übergehen. Und dann das. Und ich bin selbst schuld. Weil eigentlich wollte ich es wirklich nicht mehr machen, das Standard-Posting lesen. Weil ich weiß, dass das mein Blut in Wallungen bringt – auf keine gute Art und Weise. Das Kronen-Zeitungs-Leserbrief-Lesen hab’ ich schon gänzlich eingestellt. Aus selbigen Grund. Beim Standard werd ich leider immer wieder rückfällig. Und das obwohl ich weiß, was mich erwartet. Weil da einfach wirklich ein Gutteil der geistigen Nichtschwimmer der Republik, die sich hinter irgendwelchen ach so witzigen Pseudonymen verstecken, ihre mehr als entbehrlichen Kommentare hinterlassen.

Dabei war der Artikel nicht einmal so verfänglich. Eine Kritik zu Sarah Jessica Parkers neuen Film “I don’t know how she does it” auf diestandard.at. Darin spielt sie eine zweifache Mutter, die nicht nur ihre Familie sondern auch ihre Arbeit liebt und gerne Karriere macht. Erstaunlicherweise ist der Streifen relativ gut davon gekommen. Hätte mir dann eigentlich ein paar Kommentare zu SJPs Schauspielkunst oder der Hollywoodisierung der arbeitenden Mutter vorgestellt. Aber nein. Ein, wie ich annehme, “gstandenes Mannsbild” vlg. “Der Österreicher” (na, da hat uns ja nicht gerade die große Kreativitätswelle gestreift) nutzt die Gelegenheit um einmal folgendes klarzustellen:

“Ihr wolltet es so! Freiheit, Karriere, Selbstbestimmung, aber auch Kinder, Mutter sein. Jetzt habt Ihr den Salat. Das Männer mit solchen “Ich will alles schaffen” Frauen noch weniger anfangen können als früher setzt dem ganzen noch die Sahnehaube auf. Männer wollen normale Frauen, und verlassen Ihre Frauen dann auch wegen solch einer.”

Ja, wir wollten es so. Weil warum sollten wir nicht haben, was Männer seit, hmm, naja immer schon, so ganz selbstverständlich bekommen? Und warum sollte es nicht funktionieren? Schon klar, dass das alleine nicht geht. Da braucht’s schon auch den richtigen Partner dazu. Allerdings können Männer sich den Traum von Karriere und Familie, den sie wohl auch haben müssen, auch relativ flockig in die Haare schmieren, wenn sie keine passende Frau dazu finden, die sie unterstützt. Warum soll es denn so schwierig sein, das selbe als Mann auch für die Frau zu tun. Stichwort Gegenseitigkeit. Und was genau ist so abnormal an einer Frau, die das möchte? Würde eher sagen, es ist normal, dass eine Frau alles schaffen will. Männer scheitern ja auch nicht gerne.

Vielleicht ist es dem lieben Herrn auch noch nicht aufgefallen, aber Frauen leben nicht allein, um Männern zu gefallen. Wir sind uns schon selbst genug. Natürlich ist es wunderschön, jemanden zu haben, mit dem wir unser Leben teilen können. Wenn die Herren aber dann noch weniger mit uns anfangen können als früher, sind sie auch eher entbehrlich. Weil sich für jemanden zu verbiegen, ist wahrlich keine Lösung. Zudem kann einer Frau ja auch einmal der “Ich will alles schaffen”-Mann über werden. Es sind ja auch nicht nur die Männer, die verlassen.

 

 

2 thoughts on “Normale Frauen wollen alles schaffen. Isso.

  1. Ach komm. Über sowas braucht man sich doch wirklich nicht aufregen. Es gibt halt immer noch diese Idioten. Und wenn sie tatsächlich eine Frau finden, die ihren Blödsinn mitmachen, dann tut es mir sehr leid. Hoffentlich gibt es bald keine Frau mehr, die den Schmarrn mitmacht. Und dann können diese Idioten ganz alleine verrecken – wie es sich gehört 🙂

  2. Ich weiß eh. Aber erstens finde ich es unendlich traurig, dass es auch junge Männer gibt, die diese Ansicht teilen. Und zweitens emotionalisiert mich das halt immer mehr als es sollte. Aber hab ja meinem Ärger Luft gemacht und dann geht’s auch schon besser.

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