A New Obsession

Zugegeben, ich bin wohl eine eher späte Aufspringerin, aber zu meiner Verteidung muss ich sagen: alles braucht seine Zeit. Und auch wenn K. mir schon vor Monaten die Folgen der ersten Staffel vermittelt hat, ich war nicht in der richtigen Stimmung. Musste zuerst andere Serien schauen. Aber jetzt hab ich es endlich geschafft. Und ich bin voll reingekippt. Wo hinein? Game of Thrones. Eh klar. W. übrigens auch. Nicht so schlimm wie ich, aber er hat die Freuden der Serienblogs und Klatschseiten noch nicht entdeckt. Ich finde, ihm fehlt was im Leben. Aber er hat ja mich. Wahrscheinlich ist das eh mehr als genug. Na jedenfalls hat die PG-WG die erste Staffel möglichst schnell durchgeschaut. Gar nicht so leicht. Schließlich dauern die Folgen so eine Dreiviertelstunde. Und es durfte keiner alleine schauen. Und wenn man nicht immer die gleichen Abende zu Hause verbringt, nicht so leicht. Aber jetzt sind wir durch. Und begeistert. Also vor allem ich. So sehr, dass ich natürlich wissen muss, wie es weiter geht. Natürlich hab ich mir die Bücher bestellt. Und wegen einer kleinen Verzögerung (Maxwell war schuld) konnte ich jetzt erst damit anfangen. Und ich muss sagen: Die Bücher – na gut – das erste Buch, das ich gerade lese, ist richtig gut. Also, bitte lesen und schauen.

Worum’s geht? Um den Kampf um den Iron Throne im fiktiven Land Westeros. Vor Jahren hat Robert Baratheon mit Ned Stark und noch ein paar anderen den Mad Kind Aerrys Targaryen gestürtzt – sprich getötet. Zwei seiner Kinder leben nun im Exil. Robert wurde König, Ned ist wieder zurück in den Norden in seine Hauptstadt Winterfell. Alles es eigentlich eh fein, bis Roberts engster Berater stirbt. Jetzt soll Ned die Rolle übernehmen. Was weder ihm noch der Königin Cersei Lannister taugt. Dann taucht aber das Gerücht auf, dass der Berater von den Lannisters – neben Cersei gibt es ihren Zwillingsbruder Jaime und den Zwerg Tyrion – getötet wurde. Ned muss natürlich seinen Freund beschützen und zieht mit ihm gen Süden. Und dann wird’s erst richtig lustig. Während Ned versucht den Mörder zu finden und nebenbei selbst am Leben zu bleiben, intrigieren die Lannisters und im Exil versucht Viserys Targaryen sich eine Armee zu erwerben, um Westeros zurückzuerobern, indem er seine Schwester Daenerys an den eher grobschlächtigen Horselord Khal Drogo verschachtert. Und im Norden zieht Neds bastard son Jon Snow zur Wall. Dort beschützen die Men of the Night’s Watch Westeros vor allem unangenehmen, was hinter der Mauer lauert. Und dort erwacht gerade wieder ein Feind, der eher unangenehm werden könnte.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber dann würde ich wohl das ganze Buch erzählen. Ist ja auch nicht Sinn der Übung. Also das ist halt einmal grob die Ausgangslage.

Warum’s gefällt? Also ich bin ja nicht die Mega-Fantasy-Fanin. Auch wenn ich Herr der Ringe heiß liebe. Die Filme, die Bücher (inkl Hobbit und Co) hab ich ausgelassen. Aber immer wieder einmal lass ich mich gerne in so eine fiktive Welt mit heroischen Rittern, undurchschaubaren Intriganten, fiesen Bösewichten mit einer halbguten Seite, Drachen und Wölfen hineinziehen. Und was man wirklich sagen muss: Game of Thrones ist echt gut gemacht. Und Boromir spielt auch wieder mit. Die Bücher sind auch fein zu lesen. Was mich persönlich ja mehr verwundert ist, dass ich das auch aushalte. Weil ich bin halt schon eher ein Weichei. Und GoT ist teilweise schon so richtig grauslich. Wuah! Da werden Köpfe abgeschlagen und Zungen herausgeschnitten und Pferdeherzen gegessen (letzteres hat mir übrigens ein Abendessen erspart. Figurtechnisch durchaus keine Fehler). Ich hab immer einen Polster griffbereit, den ich ganz schnell vors Gesicht halten kann. Meistens gefolgt von der Frage an W.: “Geht’s schon wieder?” Und hin und wieder krieg ich die Antwort: “Ich weiß nicht. Ich hab noch nicht geschaut.” Also es ist vielleicht nix für allzu empfindliche Mägen. Und wer die eine oder andere Sexszene nicht verkraftet sollte auch besser nicht reinschauen. Trotzdem macht mir das Herumgemetzle in GoT echt wenig aus. Und hier schreibt eine, die als härteste Krimis Agatha Christie liest. Und prinzipiell keine grauslichen Thriller schaut. Nachdem ich Red Dragon gesehen hatte, dieses Schweigen der Lämmer-Prequel (meine Mitbewohnerin hatte mich überredet in die Spätvorstellung zu gehen – sehr schlau), konnte ich eine Woche lang nicht gescheit schlafen. Und wenn ich in der Nacht ins Bad musste hab ich am Ende vom Gang immer jemanden stehen gesehen. So mit Drachentatoo am Rücken. Brrr. Nie wieder. Aber bei GoT isses anders. Da wird hektoliterweise Blut vergossen und ich schlaf trotzdem gut. Vielleicht weil’s Fantasy ist. Wer weiß. Jedenfalls ist die Geschichte echt gut. Die Schauspieler sind umwerfend. Alle. Wer mittelalterliche Kostümschinken mit der richtigen Dosis Drama und Intrige mag, der wird GoT lieben.

Eigentlich heißt die ganze Geschichte ja A Song of Ice an Fire. A Game of Thrones ist nur der erste Teil der Buchserie. Der wurde aber für die TV-Serie übernommen. A Clash of Kings, A Storm of Swords und A Feast for Crows gibts bereits (im praktischen Schuber). A Dance with Dragons kommt im Juli raus. Es soll insgesamt sieben Teile geben. Und wenn man sich den Autor George R.R. Martin so anschaut, denk ich mir immer: He better does not die bevor he finishes the series. Aber er wird schon durchhalten. Hoff ich halt. Aber wie heißt’s so schön: Winter is coming und beim Glück der Seven Kingdoms erfahren wir nie wer König wird. Oder Königin.

 

 

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