Jedem seine Verkaufsstrategie

Möglicherweise hab ich einfach einen anderen Zugang zu dem Thema als viele. Aber wenn ich etwas produziere, dann will ich doch auch, dass sich das verkauft, oder? Dass der Name des Produkts bekannt wird. Dass, falls vorhanden, mein Logo, der Schriftzug, die verwendeten Farben, was weiß ich, erkannt werden. Ich hätte das als gegeben angesehen. Mensch, hab ich mich getäuscht. Als eine, die was mit Medien macht, hab ich ja recht oft die Freude etwas von Leuten zu wollen. Zu brauchen. Meistens wird dann aber von der anderen Seite auch erkannt, dass das denen selber auch was bringt. So den Namen in der Zeitung stehen haben ist auch nicht immer ganz blöd. Außer natürlich man erinnert sich weder an erbrachte Leistungen, hat sein Leben oder zumindest die Freizeitgestaltung nur noch über Einladungen finanziert oder hat einfach so Geld lustig in der Weltgeschichte herumüberwiesen. Wenn ich so nachdenke, gibt es verdammt viele Gelegenheiten, bei denen man seinen Namen nicht in der Presse sehen will. Aber, egal. Da sich mein Aufdeckertum auf Teller und Besteck reduziert, hat da ja keiner was zu fürchten. Gärtner und Biologen stehen so selten mitten im Skandalsturm. Wobei erstere nicht immer schlau sind. “Sie haben eine Orchideengärtnerei, ich muss einen Artikel zum Thema schreiben. Können Sie mir dafür Infos liefern?” Antwort: “Nein, das brauch ich nicht.” Hä? Kein, ich habe keine Zeit, Lust, Interesse. Das brauch ich nicht? Ich weiß wirklich bis heute nicht, was der Vollwappler nicht braucht.

Aber ich darf auch immer wieder andre Sachen machen. Etwa Bauern dazu bringen, dass sie ihren Hof, ihre Produkte herzeigen. Vollständig mit Bild und Kontaktdaten. Kann ja ganz praktisch sein, wenn man das Zeugs ab Hof loswerden will. Möchte man meinen. Vielmehr kriegt man zu hören: “Also, das möchten wir nicht machen. Wir glauben, sie haben da die falsche Zielgruppe.” Wen haben wir, Konsumenten? Menschen, die Sachen kaufen? Ist ja nicht gerade so, dass ich einen Einspalter über einen Speckbauern im Vegetarier-Magazin bringen will.

Mein bisheriger Höhepunkt, vergangenen Freitag. Inzwischen darf ich mich auch um Anzeigenkunden bemühen. Yeah. Ganz ehrlich: Da liegt nicht mein Talent. Aber egal, da muss ich durch. Wobei der Kopf-gegen-Wand-Impuls oft echt übermächtig wird. Wobei ich nicht immer notwendigerweise meinen Kopf gegen eine Betonwand ditschen will. Ich: “Guten Tag, blablabla, ihre Produkte blablabla würden gut passen, blablabla. Interesse blablabla.” Antwort: “Ich stelle die Produkte nur her. Ich mache keine Werbung.” Oookey. “Wer wären dann ihre Vertriebspartner?” Antwort: “Die geb’ ich nicht preis.” Wirklich? Ist ja nicht so dass der Drogen im Glashaus anbaut oder leicht abwaschbare, wiederverwendbare Produkte aus Gummi herstellt. Will der wirklich nicht, dass sich irgendwas von seinem Scheiß verkauft? Ist es ihm peinlich? Ich kann ihn beruhigen. Kauknochen für Hunde sind sozial akzeptabel. Übrigens ist er auch nicht sehr konsequent. Er hat aus seiner Internetseite zwar nicht die Vertriebspartner für Schland, die von Öreich aber schon. Die mag ich aber z’Fleiß nimmer anrufen.

2 thoughts on “Jedem seine Verkaufsstrategie

  1. Schland? Nicht dein Ernst.

  2. Dland besser?

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