Ab in den Schweinestall

Wenn meine Einträge aus einer Stimmung heraus geschrieben werden, ist diese ja meist keine gute. Weil, entweder bin ich krank, es ist kalt oder es sind sowieso alle Idioten. Ich dachte, es wäre doch auch einmal nett zu schreiben, wenn’s einem gut geht. Also, das mach ich. Ich bin nicht krank (wobei, ein bisserl belegt ist meine Stimme schon), mir ist eindeutig nicht kalt (knackige 28,7 Grad im Zimmer verhindern das) und nicht alle sind Idioten. Die meisten, zugegeben. Aber ein Promillsatz der Bevölkerung ist schon ganz ok. Ja, es ist Sommer. Endlich. Endlich kann ich schwitzen ohne mich dazu sportlich anstrengen zu müssen. Das klingt jetzt nicht richtig gschmackig. Aber ich frier halt so ungern.Und ich frier so leicht.

Endlich zahlt es sich auch aus, dass ich im Lauf der Jahre eine nicht unbedeutende Anzahl an Sandalen angesammelt habe. Und Röcke. Und Trägerleiberln. Was ich des Langen und Breiten hier sagen will: Es ist Sommer. Das ist schön. Für mich. Andere finden es ja weniger fein, wenn das Thermometer die 25 Grad Grenze überschreitet. So spontan täte mir da W. einfallen. Es mag aber damit zusammenhängen, dass irgendwie seine Körpertemperatur sowieso höher sein muss als meine. Wenn ich im Winter mit meinem dicksten Pulli unter der Wolldecke am Sofa eingerollt liege, latscht er mit kurzen Ärmeln durch die Wohnung und faselt etwas von “Sollen wir die Heizung zurückdrehen?”. Wenn es nach ihm ginge würden wir auch frühestens beim ersten Schneefall die Heizung einschalten. Weil, wenn’s nicht schneit ist nicht Winter. Ist nicht Winter, ist’s nicht kalt. Eh logisch.

In der warmen Jahreszeit dreht sich dann das Wohlfühlverhältnis um. Ich find den Sommer großartig. Siehe oben. W. weniger. Mein letzter Erklärungsversuch war, dass er vielleicht einfach mehr Schweißdrüsen hat. Er glaubt, er hat mehr Schweiß. Wie auch immer, es läuft auf dasselbe raus. So sehr ich höhere Temperaturen schätze, ich muss schon zugeben, nicht alle Aktivitäten sind jetzt gerade ideal. So ist es wahrscheinlich nicht nicht die allerbeste Zeit dafür, sich in einem Schweinestall auftzuhalten. Also nicht eine wenig aufgeräumte Wohnung, sondern so ein richtiger Stall. Mit Schweinen. Aber wir mussten Fotos machen. Fürs Cover. Vom Tierdoktor-Magazin (Hab ich noch nie erwähnt? Na, das mach ma jetzt). Jedenfalls ist W. unser viel geschätzter Haus-und-Hof Fotograf. Und er macht so schöne Bilder. Echt. Und es kann nit immer ein Hundsi sein. Manchmal ist es ein Schwein. Also ab in den Stall. Bei 35 Grad. In Schutzanzügen. Wusstet ihr, dass Schweine hinter den Ohren schwitzen? Wirklich. Und so richtig. Ich hatte das Gefühl, die schwitzen sonst nicht so arg. Aber hinter den Ohren – bächeweise. Na, jedenfalls war’s für Mensch und Tier eher heiß. Und die Hitze hat das Stall-Odeur so richtig zur Entfaltung gebracht. W. hat gesagt, ich schulde ihm was. Ich hab ihn ein Abendessen angeboten. Schnitzel.

 

PS: Das Schweine-Shooting hat mir auch meinen CSI-Moment beschert. Wobei, die ja nie so eingepackt sind. Also dann halt meinen Tatort-Spurensicherungs-Moment.

 

CSI Schweinestall

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