Zur Erfrischung an heißen Sommertagen

Hach, der Sommer hält immer was Lustiges bereit. Gerade bin ich über eine Werbung für eine Outdoordusche gestolpert. Warum das die Welt braucht? Keine Ahnung. Weil’s im Sommer heiß ist. Jedenfalls sieht man zuerst einen Anzugträger, verschmitzt lächelnd und sich das Hemd aufknöpfen. “Zu heiß?”, fragt die Werbung. Als Antwort steht der Typ in Badehose auf seiner Dachterasse auf einer runden, weißen Plattform aus der Wasser schießt. “Zur Abkühlung rauf auf die Dusche!” Ernsthaft? Also so wirklich? Auf der Webseite der Firma sieht man dann nicht nur den Muskelmann, wie er sich entspannt auf seiner Terrasse erfrischt. Nein, natürlich muss auch ein Bikini-Haserl her. Und weil nicht alle Erfrischungssuchenden in schicken Dachterrassen-Wohnungen im urbanen Raum wohnen können, darf die Gute sich im etwas ländlicheren Umfeld vom – ich gehe einfach einmal davon aus – kühlen Nass erquicken lassen. Das Ganze ist so ländlich, dass die im Wald steht. Ja, im Wald. Wo’s bekanntermaßen Wasseranschlussmöglichkeiten ohne Ende gibt. Aber es ist halt ein pittoreskes Motiv. Da haben Wahrheitstreue, Wahrscheinlichkeit oder technische Möglichkeiten echt keinen Meter.

Dies weiße Scheibe wird allein durch den Anschluss eines hundsordinären Gartenschlauchs zur Outdoor-Wellness-Oase. Das Video dazu – gut erkennbar durch das: how to use it – für die, die sich bei der Vergabe der Hirnzellen ganz hinten angestellt haben – hat eine sicher ganz zufällig sexualisierte Aura. Also, ich hab ja schon viele Gartenschläuche angeschlossen, aber mit solcher Hingabe und Langsamkeit hab ich das echt noch nie geschafft. Hätte dabei auch nie etwas Erotische gesehen. Isses eigentlich auch nicht. Aber die Firma versucht das irgendwie verzweifelt so aussehen zu lassen. Weil sonst ist diese wahnsinnig innovative Outdoordusche ja kein superduper Designer must-have Lifestyle-Produkt, sondern, hmm, wie drück ich das nett und höflich aus – kompletter Blödsinn, äh, entbehrlich. Ja, das klingt besser. Als Kinder haben wir uns wenigstens noch mit dem Gartenschlauch an sich angespritzt – oder die anderen. Das war lustiger. Grandios war es auch, durch den Gartensprenger durchzulaufen. Was die zwei Dinger gemeinsam haben: Sie haben primär die Funktion, die Wiese, den Garten mit Wasser zu versorgen. Erst an zweiter Stelle dienen sie dem Menschen zur Erfrischung an heißen Tagen. Ich will ja gar nicht sagen, dass es an heißen Tagen nicht fein ist, ein bisserl ein kaltes Wasser am Körper zu spüren. Aber so? Wobei, der Preis macht natürlich alles wett. Knackige 580 Euronen für das edle Designerstück. Eine Okkasion.

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