Teig sein

 

Vor dem Abflug. W.: "Schau, die haben extra Sitze, wo alte Männer schwangere Frauen angraben können."
Vor dem Abflug. W.: "Schau, die haben extra Sitze, wo alte Männer schwangere Frauen angraben können."

Es gibt ja Menschen, die kommen jahrelang ohne Urlaub aus. El Jefe ist so einer. Fünf Jahre bin ich jetzt schon mit von der Partie und er hat insgesamt dreimal ein verlängertes Wochenende gemacht. Ich persönlich kann das gar nicht verstehen. Ich liebe Urlaub. Also, ich arbeite schon gern. Wirklich. Und nicht nur, weil’s fein ist wenn man ein Dach überm Kopf und etwas zum Essen hat, was ohne Einkünfte relativ schwierig ist. Nein, ich mach das wirklich gerne. Also nicht jeden Tag. An manchen Tagen will ich echt nit. Aber prinzipiell schon. So generell. Ich schweife ab. Was ich sagen wollte: Ich hatte grade Urlaub. Zwei Wochen. Eine davon als Teig. Ihr wisst schon: Den Tag in der Sonne liegen, dreimal täglich wenden, langsam braun (oder in meinem Fall: dunkelweiß) werden und sich gehen lassen. Es war super. Und auch wenn der hyperaktive “Wir müssen doch Sachen machen”-Mann an meiner Seite das niemals offiziell zugeben würde (wie so vieles nicht, fällt mir grad auf): Er hat das auch einmal gebraucht. Und er hat mehr geschlafen als ich. Obwohl das echt schwierig war. 10 bis 12 Stunden pro Nacht und ein bis zwei pro Tag – ich war total zen.

Mein Zugeständnis zum Sachen-Machen war ein bisserl Sport. Da gab’s nämlich einen Tennisplatz. Ich wollte schon immer wieder einmal spielen. W. hat ja lange gespielt – perfekter Trainer also. Ich hab nur während der Volksschule den Schläger geschwungen. Beim Jahresturnier hab ich einmal eine Silbermedaille und einmal den ersten Platz belegt. Mein einziger Pokal in meinem ganzen Leben. Bin nach wie vor furchtbar stolz darauf. Und jetzt wollte ich wissen, ob doch noch eine Steffi Graf in mir schlummert. Tut sie nicht. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. W. war glaub ich besonders stolz, dass ich doch tatsächlich einmal das getan hab, was er mir gesagt hat.

Übrigens waren wir auf Kos. Supernette Insel für Teig-Urlaub. Wer was erleben will, sollte wohl ein anderes Ziel ansteuern. Schön war auch der geringe Deutschen-Anteil. Da waren die Liegen nicht schon alle um sieben Uhr besetzt. Der Strand war superschön, Wasser herrlich, Essen super – also die Klassiker jeder Ferienpostkarte waren erfüllt.

Ziege auf Kos

 

Griechenland-Klassiker

Ich liebe ja Strandliegen vor allem auch wegen dem Leute-Beobachten. Etwa das russische Pärchen, dass immer schnell die nassen Badesachen gegen trockene gewechselt haben. Schön bedeckt durch ein Tuch. Dass das halbdurchsichtig war, haben sie eher nicht bemerkt. Und bevor ich da als die Ober-Spechtlerin abgetan werde: Die sind direkt vor mir gestanden. Wo soll man denn da sonst hinschauen. Der beleibtere Herr, der Windsurfen lernen wollte, hatte auch hohen Unterhaltungswert. Ganz wichtig für den Strandurlaub dieses Jahr auf Kos war übrigens die Biographie von Steve Jobs. Ohne die, bist du’s nicht. Da sind wir leider vollkommen abgestunken (Buchempfehlung folgt noch).

Der Urlaub hat mich aber auch auf eine schier grandiose Idee gebracht. Hatte ja genug Zeit zum Nachdenken. Ihr erinnert euch an mein Foto-Mangel-am-Blog Problem? Ich hab jetzt die Lösung. Sprung-Fotos. Eines pro Woche. Die Idee hatte ja noch absolut niemand. Außer vielleicht Philip Halsman, der so die Promis seiner Zeit abgelichtet hat. Also ja, die Idee hab ich gfladert, ist aber nichtsdestotrotz schier genial. Und weil ich mich anfangs nicht lumpen lassen will, hier gleich einmal drei. Der liebe W. hat auch gleich mitgemacht.

Säulensprung am Asklepieion

 

Stiegensprung am Asklepieion

 

W. am Strand

One thought on “Teig sein

  1. Das sind ja wunderschöne Sprung-Fotos und es freut mich natürlich, dass euch der Urlaub gefallen hat.
    Ad Biografie: Da empfehle ich die von Andre Agassi. Ist sehr unterhaltsam und es steckt was von Steffi Graf drin.

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