Urlaubslektüre

Wie schon angekündigt kommt hier die Buchempfehlungen basierend auf meiner Urlaubslektüre. Ich bin ja vom Strand-Mainstream gar arg abgewichen und hab weder John Grisham noch die Steve Jobs-Biographie gelesen. Meist ist mir im Urlaub ja eher nach was Leichtem. Diesmal hatte ich aber Lust auf ein bisschen Hirnnahrung. In den vergangenen Monaten hab ich mich ja beinahe ausschließlich auf A Song of Ice and Fire vlg Game of Thrones konzentriert, vielleicht deshalb. Also nicht, dass die Bücher total blöd wären (die sind echt gut geschrieben), aber ihr wisst schon. Halt nix zu Anspruchsvolles.

Vorm Urlaub bin ich dann vorm Bücherregal gestanden und hab meinen To Read-Stapel betrachtet (An den Strand will ich meinen Kindle echt nit mitnehmen). War versucht endlich die Buddenbrooks zu lesen. Oder Tender is the Night (Fitzgerald), aber dann isses doch Paul Austers New York Trilogy geworden. Die liebe L. hat mir den guten Paul schon vor Ewigkeiten empfohlen. Ein kleine Blick ins Buch hat mir gezeigt, dass ich es auch schon 2008 gekauft hab. Ähem. Also Zeit es zu lesen.

Über den Inhalt kann und soll man vorab wohl nicht zuviel verraten. Es sind drei Geschichten, im Prinzip Kriminalgeschichten, aber halt mit einem gewissen Twist. Alle drei drehen sich auch um Identität, deren Verlust. Und bevor ich mich da jetzt total verhasple: Mir haben vor allem City of Glas und The locked Room super gefallen. Ghosts nit so. Aber einfach lesen.

Paul Auster New York Trilogy

Vollkommen uneingeschränkt kann ich das zweite Urlaubsbuch empfehlen: Kazuo Ishiguro Never let me go. Das klingt jetzt wahrscheinlich so, als ob ich einfach zu faul wär, mehr über das Buch zu schreiben, aber je mehr vorab gewusst wird, desto schlechter fürs Leseerlebnis. Glaubts mir. Also ich hab durch Besprechungen von der Verfilmung (mit Keira Knightley, Carey Mulligan und Andrew Garfield) den Haupttwist schon gewusst. War vielleicht ein bisserl schade. Aber mehr sollte man auf keinen Fall vorher wissen. Also wenn ihr das Buch echt lesen wollt, Finger weg von sämtlichen Rezensionen. Aber damit ihr trotzdem eine kleine Vorstellung habt, um was es geht: Erzählerin Kathy, jetzt 31, erinnert sich an die Zeit im Internat Hailsham, an ihre Freunde Ruth und Tommy, ans langsam Erwachsenwerden. Doch Hailsham ist kein normales Internat und das Schicksal der Bewohner schon vorherbestimmt.

Es ist keineswegs ein happy-pepi Buch. Aber auch kaum zu erwarten von jemanden, der The Remains of the Day geschrieben hat. Ehrlich gesagt bin ich da am Ende auf meiner Strandliege gesessen und war froh, dass durch die Sonnenbrille keiner gesehen hat, dass ich Tränen in den Augen hatte. Zu Hause hätt’ ich wahrscheinlich losgeweint. Aber davon jetzt nicht abschrecken lassen. Es ist wirklich wunderschön geschrieben. Kathy erzählt die ganze Geschichte, alle Ereignisse und wie jemand der spricht, springt sie manchmal bei den Geschehnissen hin und her, nimmt Sachen vorweg, verweist auf andere. Aber im Prinzip regt die Geschichte einfach auch zum Nachdenken an. Und bevor ich da noch sinnlos weiterplapper: Bitte lesen.

Kazuo Ishiguro Never let me go
Last Modified on September 24, 2012
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One thought on “Urlaubslektüre

  1. Sehr feine Buchempfehlungen. Ich hab zwar nur die Verfilmung von “Never let me go” gesehen aber die Story ist recht packend und von Auster ist sowieso alles lesenswert.

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