Fähigkeitsverlust

Es ist mir ja fast zu peinlich, das zuzugeben. (Aber wenn meine Peinlichkeitsgrenze zu hoch wäre, könnte ich wohl weder bloggen noch Journalistin sein.). Also hier ist es: Ich kann nicht mehr Kopfrechnen. Also nicht mehr gut. Entweder leide ich an frühzeitiger Demenz oder ich bin einfach blöd. Weiß nicht was schlimmer ist. Zugegeben, ganz so oft muss ich jetzt auch nicht Kopfrechnen. Nicht so wie andere Berufssparten. Aber als ich kürzlich dagesessen bin und mir partout sechs mal sieben nicht eingefallen ist, war das ein richtiger Schock. Ich mein, das kann es jetzt wirklich nicht geben. Ja, Mathematik war nie so ganz meine Stärke. Hat ja auch einen Grund gehabt, warum ich Latein und nicht geometrisch Zeichnen gewählt habe, damals am Ende des zweiten Gymnasiumsjahres. Aber das kleine Einmaleins ist eigentlich schon gesessen. Sind da die Synapsen wieder verstopft oder warum vergisst man sowas, oder besser gesagt: warum ich? Einfach wirklich, weil ich diese Hirnfunktion nicht mehr täglich brauche? Hab ich auch während des Studiums nicht. Also was soll das jetzt? Das Alter. Baut man jenseits der 30 (knapp, wirklich ganz knapp) so schnell ab?

Da ich das Rätsel wohl nicht lösen werde – ob aus zunehmenden Mangel an Intelligenz oder einfach, weil es dafür keine Lösung gibt (bevorzuge letzteres, lässt mich besser da stehen), hab ich mich zu einer anderen Taktik entschlossen. Rechnen üben. Wenn einmal Zeit ist, simple Additionen und Subtraktionen. Beim Radlfahren geh ich das Einmaleins durch. Bis es sitzt. Hat etwas extrem Erniedrigendes. Aber dafür weiß ich jetzt wieder, dass sechs mal sieben 42 ist.

2 thoughts on “Fähigkeitsverlust

  1. k

    Ich leider öfters unter Wortfindungsstörungen. Will heißen, ich weiß ganz genau, was ich sagen möchte, aber in keiner der mir zur Verfügung stehenden Sprachen fällt mir das passende Wort ein.
    Anscheinend hast du Einmaleinsfindungsstörungen. Das passiert. Du weißt eigentlich genau, was das Ergebnis von 6*7 ist, aber genau in dem Moment will dieses Wissen nicht in die bewussten Ecken deines Gehirn kommen. Aber im Grund genommen ist das doch kein Grund zur Beunruhigung, oder?
    Das Einmaleins zu üben ist aber sicherlich keine schlechte Idee, ich übe auch jeden Tag das Finden von passenden Wörtern 🙂

    Einen kleinen Hinweis kann ich mir allerdings nicht verkneifen. Es ist allgemein bekannt, dass die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest 42 ist. Da 6*7 ganz eindeutig unter “der ganze Rest” fällt, hättest du folgerichtig gleich auf die richtige Antwort wissen müssen 😛

  2. Deshalb sind wir Freunde. Du bist auch so gut im Klugscheißen 😉

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