Advent, Advent

Morgen beginnt er also wieder. Der Advent. Zeit langsam in Weihnachtsstimmung zu kommen. Es soll jetzt ja auch kälter werden. Da geht das leichter. Woran merkt man eigentlich das bald Weihnachten ist? Christkindlmärkte? Weihnachtsdeko in jedem Schaufenster von der Apotheke bis zum Installateur? Werbeprospekte die auf weihnachtliche Sonderangebote hinweisen? Ja, auch. Vor allem aber an der allgegenwärtigen Frage: “Und, weißt du schon, was du heuer verschenkst?” bzw. “Hast schon alle Geschenke?” An und für sich machen mich die Fragen ja schon latent aggressiv. Weil, nein. Ich weiß es nicht. Aber vielleicht wird ein bisserl brain gestormt und dann kommt man unter Umständen auf gute Ideen.

In der weiten Welt des Web scheint das übrigens auch seit mindestens zwei Wochen die beliebteste Frage zu sein. Gefolgt von einem fröhlichen: Ja, und hier meine Tipps. Ganz superduper originelle Geschenke. Duftkerzen. Schmartfon Hüllendingsis. Badeperlen. Aber bitte, die Exklusiven. Hach, da wird mir ja besonders weihnachtlich-warm ums Herz. Übertroffen wird das ganze nur noch von den Sätzen, die alle, die Weihnachtsgeschenke eher zeitnah an Weihnachten kaufen, hassen: “Also ich sammel ja das ganze Jahr Ideen und besorg auch schon im Laufe des Jahres die Geschenke. Dann kann ich in der Vorweihnachtszeit total entspannt sein.” Möglicherweise bin ich da die einzige, aber ich möchte solchen Menschen wirklich mit vollem Genuss einen in die G***** haun. Weil es ist ja wirklich unglaublich toll, dass du so superorganisiert bist und dir immer sofort aufschreibst, wenn dir eine Idee zu einem Geschenk kommt. Ich versuche das ja auch. Teilweise. Aber meistens schreib ich das halt auf irgendeinen Zettel. Und der geht dann verloren. Und dann muss ich vor Weihnachten halt mein Gedächtnis anstrengen. Aber wie auch immer, ich will nicht, ich betone NICHT mit dem Holzhammer darauf hingewiesen werden wie toll diese überorganisierte Person ist und wie unzulänglich meine Vorgehensweise ihrer Meinung nach. Ich finde nämlich nicht wirklich etwas Schlimmes an der Tatsache, dass man Weihnachtsgeschenke auch tatsächlich in der Weihnachtszeit besorgt. Und nicht schon im Juli. Wahrscheinlich würd ich das dann a) nur irgendwo so gut verstecken, dass ich es nicht mehr rechtzeitig finde oder b) sowieso darauf vergessen. Also lass ich den Advent auf mich zukommen und beginne dann einmal nachzudenken. Ich muss mich für die Geschenkebeschaffung glücklicherweise auch nur noch ganz selten physisch in ein Geschäft oder, oh welche Graus, in eine Einkaufsstraße begeben. Die wunderbare Welt des netten Nets eröffnet einem da unglaubliche Möglichkeiten. Und warum sollte man Liefergarantien bis Weihnachten nicht ausnutzen? In dem Sinn, werd ich dann ab morgen oder so mein Hirn in Geschenkefind-Modus schalten und mit der Arbeit beginnen. Und pro “Und, hast schon alle Geschenke” gönne ich mir einen Glühwein. Vielleicht kann ich mich da ja ins Koma saufen und muss mir tolle Tipps nicht anhören.

Last Modified on March 8, 2013
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