Automatisch geht da gar nix

Ich hab’s ja nicht so mit der Technik. Nicht erst seit meinem Erlebnis mit der Alarmanlage ist mir das klar. Seitdem halt klarer. Ich hab’s auch nicht so mit Autos. Also ich kann schon fahren. Bin seit 12 Jahren unfallfrei. (Einmal Baum anditschen und einmal ganz sanft von einer Betonmauer gestoppt werden zählen nicht. Da waren ja nicht einmal Lackschäden.) Aber ich bin wohl nicht die allerbeste Fahrerin. Und ich weigere mich nach wie vor parallel einzuparken. Außer die Parklücke ist groß genug vorwärts reinzufahren. Aber im Normalfall habe ich keine großen Probleme mit den Basics. Also starten und losfahren und abstellen. Außer es handelt sich um Automatik-Autos. Mit denen komme ich so gar nicht zurecht.

Das ist vor allem ein Problem, da ich mich gerade bei einem netten Carsharing-Programm angemeldet habe. Weil manchmal braucht man einfach ein Auto. Und da ist sowas schon praktisch. Bei der zweiminütigen “Einschulung” war ja auch noch alles gut. Der nette Herr fragte in die Runde: “Ihr kennt’s euch eh alle mit Automatik aus?” Dem kollektiven Nicken wollte ich kein “Ähem, nicht so richtig” entgegensetzen. Und er hat auch gezeigt, wie das geht. Ich mein, das merk ich mir doch. Ich hab ja studiert. Und außerdem, wenn ich das erste Mal mit so einem Kübel fahre, wird der liebe W. neben mir sitzen. Und mir helfen.

Zwei Tage später musste ich dann zu einem Termin. Mit Auto. Ohne W. Ich bin ja generell schon total ruhig und gelassen. Und wenn ich dann wichtige Termine habe umso mehr. Vor allem wenn die Zeit eh schon knapp ist. Ich zum Auto hin. Erste Hürde: Aufkriegen. Mit dem Chipkarterl. Funktioniert. Ich sitz drinnen. Gut. Dann Schlüssel ins Zündschloss, das absurderweise in der Mittelkonsole ist. Bitte welcher Produktdesigner hatte denn die geniale Idee? Jedenfalls einmal nach rechts drehen. Navi geht an. Adresse eingeben. Jetzt, wie geheißen auf Vollautomatik schalten. Passt. Und dann losfahren. Und da war das Problem. Ich gebe Gas. Das Ding fährt nicht. Ich kontrolliere ob die Handbremse gelöst ist. Ist gelöst. Mehr Gas. Fährt nicht.

Zündung ausschalten. Wieder von vorne. Gang rein. Gas. Fährt nicht. Inzwischen bin ich echt schon wirklich knapp dran. Und da ist ein SOS-Knopf. Aber nein. Diese Blöße will ich mir echt nicht geben. Also noch einmal von Vorne. Auto fährt noch immer nicht. W. kann ich nicht anrufen. Ist in einem Seminar. Wen dann? Kenn ja nicht so viele Superfahrer. M. vielleicht. Nein, hebt nicht ab. Dass ich die liebe K. anrufen könnte, die schon seit einer Weile bei dem Autoteilen dabei ist, ist mir exakt 24 Stunden später eingefallen. Ich habe sie einfach als Radfahrerin abgespeichert. Nicht mit Autos. Wenn ich also jemals mit meinem Rad nicht losfahren kann, werde ich sicher sie anrufen.

In dem Moment blieb mir dann aber wirklich nur eine Option. SOS-Knopf. “Ja, hallo. Also ich sitze zum ersten Mal in so einem Auto. Und würde gern losfahren. Das Ding fährt aber nicht. Was mache ich falsch?” Die sehr nette Dame in der Telefonzentrale hat mich dann darauf hingewiesen, dass man bei einem Automatikauto immer auf die Bremse steigen muss, um anzustarten. Außerdem hilft es, den Zündschlüssel noch ein Stückerl weiter nach rechts zu drehen und so den Motor tatsächlich anzustarten. Und schwupps. Schon ist man on the road. Und ja ich habe mich geschämt. Tu ich immer noch.

3 thoughts on “Automatisch geht da gar nix

  1. k

    Liebste H.!

    Mir ist es bei meiner ersten Fahrt mit erwähnten geteilten Autos ganz genauso gegangen. Ich war knapp dran, dunkel war’s und mein geliebtes Radl war aufgrund der Natur der zu erledigenden Mission leider keine Option.
    Auch ich war der Meinung nicht auf der Nudelsupp’n daher geschwommen zu sein, außerdem auch damals schon Frau Diplom-Ingenieur. Theoretisch war das ganze auch gar kein Problem, praktisch dann irgendwie doch 😛 Das mit dem auf die Bremse Steigen kannte ich zwar, aber bis ich geschnallt hab, dass ich den dummen Zündschlüssel bis zum Anschlag drehen muss und dann auch noch dort halten muss bis dann endlich nach gefühlten 3 Jahren das Auto anspringt, das hat dann – naja sagen wir mal länger, ich bin ja eine Freundin von Euphemismen – gebraucht.

    Aber mach dir keine Sorgen, die Lernkurve ist sehr steil. Beim 2. Mal hab ich’s ziemlich gleich geschafft 😉

    Deine K.

  2. Hab dich grad total viel lieb. Und das nächste Mal, falls meine Lernkurve nicht ganz so steil ausfällt, darf ich dich ganz hysterisch anrufen?

  3. k

    aber selbstverfreilich!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *