Auntie Jane

Pride and Prejudice, Emma, Sense and Sensibility und Austens andere Romane kennt man. Also ich. Dass Auntie Jane aber noch mehr geschrieben hat, das ist weniger bekannt. Kürzlich bin ich beim Stöbern im Kindle-Store (free books! yey!) über Lady Susan gestolpert. Ein kurzer Briefroman. Und wirklich gut. Laut den Inhaltsangaben, die ich gerade so gefunden hab, soll es sich bei Lady Susan um eine junge Witwe handeln, die gerne mit ihren Verehrern kokettiert und in den Familien, die sie besucht für Wirbel sorgt. Irgendwo ist auch gestanden, es soll um ein junges Mädchen gehen, das sich von ihrer Mutter emanzipiert. Nun, das kann ich so nicht unterschreiben. Die gute Lady Susan ist ein fieses, selbstverliebtes Biest, das alle nach ihrer Pfeife tanzen lassen will, in der Bewunderung der Männer badet, ihr Tochter für ein dummes vernachlässigenswertes Geschöpf hält und es liebt Unruhe zu stiften. Sie kann aber auf ihre Schönheit und ihr Redetalent zurückgreifen, so, dass sie die Situationen immer wieder zu ihrem Vorteil hinbiegen kann. Nach einem kurzen Aufenthalt bei Freunden, bei dem sie dem Hausherren recht nahe gekommen sein dürfte, hat sie es sich jetzt in den Kopf gesetzt, den Haushalt ihres Schwagers (ihr älterer Gatte hat es endlich geschafft das Zeitliche zu segnen) ein wenig aufzuschütteln. Nebenbei will sie ihre lästige Tochter an den Mann bringen.

Das ganze wird, wie gesagt in Briefen erzählt. Die Schreiberlinge sind Lady Susan selbst, ihre Schwägerin, deren Bruder, deren Mutter und eine Freundin von Lady Susan (ich glaub, ich hab keinen vergessen). Und so bekommt man ein sehr schönes runde Bild, von den Dingen die so passieren, die unterschiedlichen Sichtweisen etc. Ich mag ja Texte mit Charakteren, die Emotionen hervorrufen. Lady Susan kann das. Selten hab ich so gehofft, dass eine Protagonistin auf ihr süßes Naserl fällt. Oder das die anderen sich von ihr nicht so blenden lassen. Ob die Hoffnung vergebens ist oder nicht, sollte jede/r selbst herausfinden. Eine schnelle aber gut geschriebene Lektüre. Bitte lesen.

 

417wOgJww9L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA278_PIkin4,BottomRight,-64,22_AA300_SH20_OU03_

One thought on “Auntie Jane

  1. k

    Dear Lady Helena –

    I am much oblidged to you, my dear friend, for having made me aware of our dear friend Jane’s novel. It is most unexplicable but you must believe me nonetheless. I had not heard of this petit juwel of finest English literature before.

    Your review, my dear Lady Helena, hits the proverbial nail on the head if I may say so. It is quite astonishing, but I do feel very strongly about Lady Susan and do hope that in the end it will indeed be her pretty noserl that she falls on.

    Having tried writing sentences that spread over a halfpage and having utterly failed in doing so, I resort to Miss Austen to entertain us with these delights and remain

    Yours, &c, &c
    k

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *