Kicher doch, Erbsenpüree!

Wochenenden bieten sich ja dazu an, wirklich etwas zu kochen. Also Speisen, die länger als 20 Minuten brauchen – also die Zeit, die ich es vom Arbeit-nach-Hause-Kommen bis zum Verzehr des Abendessens aushalte ohne vor lauter Hunger rabiat zu werden. Und weil ich vor Kurzem über ein angeblich wunderbares Hummus-Rezept gestolpert bin, wollte ich das ausprobieren. Versprochen wurde “etherally smooth hummus“. Genau meine Wellenlänge also, weil diese griaslatn Hummuse (Hummi?) machen mich nur traurig. Der Trick hinter der ätherischen Geschmeidigkeit des Kichererbsenpürees? Die Erbschen von ihrem Häuterl befreien. Kann ja alles nit so schwer sein. Ich also am Samstag Kichererbsen eingeweicht, damit ich sie am Sonntag verkochen kann. Beim Türken am Eck Tahinapaste erworben. Knofi und Zitronen sind eh zu Hause. Salz sowieso. Und dann hören sich die Zutaten eh schon auf. Sehr fein.

Sonntag Nachmittag wurden dann die Kichererbsen gekocht. Dauert ja auch eine Stunde. Und dann ging’s ans Häutchen-Entfernen. Klingt aufwändiger als es ist. Wenn man einmal den Rhythmus draußen hat ist es sogar sehr entspannend. Ein bisschen wie Yoga. Die Dinger dann in den Standmixer und schön fein verhäckseln. Dann sollten einfach nur noch die restlichen Zutaten dazu. Wenig Wasser zum geschmeidig machen. Abschmecken und fertig. In der realen Welt hat sich das dann aber ein wenig anders gestaltet. Denn der Pampf wollte einfach nicht smooth werden. Etherally or otherwise. Der liebe W. hat ja mehr Wasser vorgeschlagen. Oder Olivenöl. Stand aber nicht im Rezept. Und dann bin ich da vorsichtig. Also immer nur wenig Wasser dazu. Doch der Mixer hat einfach durchgedreht. Und ich hab mein Lieblingsküchengerät schon mit einem Motorschaden gesehen. Und uns ohne Abendessen. Die Lösung? Den noch immer recht festen Pampf durch die Erdäpfelpresse pressen. Dann eine kleine Menge in den Mixer. Wasser dazu. Mixen. Nach und nach Pampe und Wasser hinzufügen und weitermixen. Zugegeben nicht die eleganteste Methode. Aber sie funktioniert. Nach insgesamt einer Stunde hatte ich doch tatsächlich Hummus fabriziert. Und der war supergeschmeidig. Und um mich jetzt selber zu loben, richtig gut. Leider war die Falafaleria ums Eck zu. Deshalb gab’s nur Hühnerfleisch und Fladenbrot dazu. Schmeckt aber auch.

Fotos gibt’s von dem Experiment erwartungsgemäß keine. Hat alles nicht so appetitlich ausgeschaut. Wie immer halt. Ich seh das ganze aber als hummustechnische Aufwärmrunde für den Sommer. Dann müssen auch andere, ähem, können auch andere meinen homemade Hummus verkosten.

2 thoughts on “Kicher doch, Erbsenpüree!

  1. k

    Oh ich freu mich schon so auf den Picknick-Sommer!! Auch wenn’s grad draußen so gar nicht nach Picknick aussieht 😉

    Wir haben übrigens auch mal Humus selber gemacht und das war kein so schlimmes Gegatsche. Wir könnten ja mal Rezepte vergleichen und dann die Ergebnisse verkosten.

    Ich hab übrigens grad mal recherchiert. Hummus hat keinen Plural. Aber was tu ich denn dann, wenn ich mehrere von der Sorte habe?? Hmmmmmm …..Eine Frage für meine Lieblings-Germanistin, meinst nicht auch?

  2. Tja, tatsächlich schaut es so aus, als ob es Hummus nur im Singular gibt. Wobei das Problem mit dem Wort ja schon gleich mit der Schreibweise anfängt. M oder MM? Ich tendiere ja zu m, weil sonst muss ich zu sehr an nährstoffreiche Erde denken. Und wie das nun einmal so ist mit Lehn- und Fremdwörtern: Was ist mit der Flexion? Wie schaff ich es, sie passend zu deklinieren? Ein Drama! Ich persönlich habe ja immer eine etwas kreativere Herangehensweise etwa an die Satzgrammatik gepflegt. Trotz Studium. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Beistriche relativ optional über einen Text verteilt werden dürfen. Und was die Flexion hier angeht? Sechs Jahr Latein gehen auch nicht spurlos an einem vorbei. Ich bin also dafür, dass wir Hummus wie servus deklinieren. Also Hummus, Hummi, Hummo, Hummum, Humme, Hummo. Plural: Hummi, Hummorum, Hummis, Hummos, Hummi, Hummis.

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