Ab in die Unterwelt

Gut, zugegeben. Den Weg in die Wiener Kanalisation sucht man besser nicht, wenn Hochwasser naht. Aber am Freitag war das aber noch nicht einmal ein Gedanke in der Hauptstadt. Es hat halt seit dem Vortag geregnet. Aber am Wochenende sollte es besser werden. Und da wegen des schlechten Wetters der Besuch an der Heimatfront abgesagt wurde – Heckenschneiden im Regen ist relativ witzlos – waren wir halt zuhause. Und weil die liebe N. und der Lieblings-W. und ich schon seit Ewigkeiten auf den Spuren des Dritten Mannes wandeln wollten, hat sich das Wochenende halt so angeboten. Und der Sonntag sollte laut Wetterbericht vom Freitag der schönste Tag des verlängerten Wochenendes sein. War er dann aber nicht. Aber da hatten wir schon die Karten gebucht.  Und überhaupt, so flexibel sind wir dann auch nicht mehr. Und auch weniger abenteuerlustig, wie so manche. Denn anstatt locker flockig auf eigenen Hand in die Kanalisation abzusteigen, wie das scheinbar bei Besuchern aus dem Lieblings-Nachbarland so üblich ist, haben wir uns tatsächlich für die fade Variante entschieden: Die geführte Dritte Mann-Tour. Kostet ja auch unglaubliche sieben Euronen. Um die zu sparen riskiert man schon gerne einmal einen Oberschenkelhalsbruch. Scheinbar. Nicht wir.

Also haben wir uns am Sonntag ausgerüstet mit festen Schuhen, Softshelljacken und Wanderhosen beim Dritte-Mann-Tour-Treffpunkt am Karlsplatz eingetroffen. Und hätten die zwei anderen nicht gemeint “Also jetzt hamma schon reserviert, jetzt gemma hin” – ich wäre zuhause geblieben. Die Führung war echt interessant und soll an dieser Stelle jetzt einfach einmal empfohlen werden. Aufgrund des Regens wurde die Tour aber abegkürzt. Nix wars mit dem Abstieg zum Wienfluss. Zu gefährlich. Also empfiehlt es sich in einer Woche zu gehen, wenn Mitteleuropa nicht von irgendeinem Jahrhunderthochwasser heimgesucht wird.

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