Blood, Sweat and Tears

Es gibt ja so Tage, da leide ich an extremer Selbstüberschätzung. Glücklicherweise sind diese eher selten. Sonst würde ich wohl relativ flockig in der Notaufnahme landen. Oder der Psychiatrie. Jedenfalls gab es so einen im Jänner. Also vielleicht waren es auch mehrere. Ist schon so lange her. Kann mich nicht mehr genau erinnern. Jedenfalls dachte ich mir auf einmal: Crossrun. Das wär’ super, da mach ich mit. Weil so durch Schlammfelder siefeln, durch Wasserbecken waten, über Heuballen – Das klingt doch nach Spaß. Wann jenseits der Volksschulzeit (und wenn man nicht zum Bundesheer muss) kann man denn schon einmal so richtig in den Gatsch hupfen? Eben.

Schuld ist im Grunde aber die liebe C. Weil die ist im November oder so überhaupt mit der Idee gekommen ist. Damals hat mein vernünftiges Ich noch gesagt: Nein! Nie! Spinnst? Fast Forward drei Monate und ich war Feuer und Flamme. Und weil sowas alleine ja fad ist, ging’s darum ein Team zusammenzustellen. Erstaunlicherweise waren wir auf einmal sieben. Hätte nie gedacht, dass ich soviele Wahnsinnige finde, ehrlich gesagt. Und weil man sich schnell anmelden muss bevor man den Mut verliert, wurde das schnell erledigt.

Tja, und dann kam die Anmeldezeit für den Frauenlauf, an dem ich jetzt schon aus Prinzip teilnehme. Und wann war der angesetzt? Genau, einen Tag nach dem Crossrun. Und hier kommt dann die Selbstüberschätzung ins Spiel. Weil natürlich melde ich mich gleich auch für den an. Das wird schon gehen. Hab ja noch genügend Zeit zum Trainieren und um endlich eine echt gute Zeit hinzukriegen. Ist sich dann doch nicht ausgegangen. Bin übrigens furchtbar stolz auf die liebe K., weil sie das mit mir durchgezogen hat. Also beide Läufe. Ich denke, sie war so froh wie ich, sich am Sonntagnachmittag am Sofa einrollen zu können.

Fazit: Von brillanten Zeiten bin ich Minuten entfernt. Aber ich bin wenigstens nicht völlig eingegangen. Allerdings würde ich tatsächlich bevorzugen, nicht zwei Wettbewerbe an zwei Tagen hintereinander zu absolvieren. Ich hatte das erste Mal seit gut zwanzig Jahren aufgeschlagene Knie und es ist erstaunlich, wo man überall blaue Flecken haben kann. Die Sportsachen mussten zweimal gewaschen werden, damit der ganze Schlamm rausgeht. Kurzum: A Gaude war’s. Nächstes Jahr wieder. Hoffentlich wieder mit den anderen Wahnsinnigen.

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