Mademoiselle ist populär

Ja, viel los war grad nicht im Elfenbeinturm die letzte Woche. Doch das war rein äußerlich. Hinter den Kulissen ging es rund. Und wenn ich es endlich schaffe, die Fotos durchzugehen, dann wird auch darüber berichtet. Neben sportlichen Herausforderungen war ich aber zugegebener Maßen vor allem mit Lesen beschäftigt. Ihr erinnert euch – Sebastian St. Cyr – Mysteries? Bin inzwischen bei Band sechs. Es ist ja wirklich ein Krampf mit mir. Sobald ich eine Serie  – egal ob Buch oder Fernseh –  anfange, und ich wirklich hineingezogen werde, muss ich alles in einem Stück lesen oder schaun. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes. Wobei ich meine Lesegeschwindigkeit bei Band sechs jetzt ein bisserl gedrosselt habe. Der erste Lesewahn ist scheinbar vorüber. Aber es ist noch immer super-spanndend. Was das ganze so süchtig-machend macht ist vor allem die Backstory. Da will man echt wissen, wie das jetzt weitergeht.

Aber genug davon. Darüber wollte ich gar nicht schreiben. Worauf ich eigentlich hinweisen wollte, ist ein unglaublich entzückender Film. Ein Film, der mir den Glauben an Filme wiedergegeben hat. Nachdem das Kinojahr heuer für mich ja nicht so großartig verlaufen ist – ich denke nach wie vor mit Schaudern an Les Miserables. Und dann war ich letzte Woche Great Gatsby. Ich will mich da jetzt gar nicht so darüber auslassen. Ich rate nur jedem und jeder: Lassts es. Es ist das Geld echt nicht wert. Das einzige, das gut war, waren die Kostüme. Und da kann man sich die Filmfotos anschauen. Ich war ja darauf vorbereitet, enttäuscht zu sein. The Great Gatsby ist eines meiner Lieblingsbücher. Da kann das nur schief gehen. Aber das das ein derartiger Käse ist – des hätt i ma nit denkt. Die Schaupieler – die in anderen Rollen in anderen Filmen bisher durchaus begeistert haben – waren durchgehend mies. Der einzige, der ein wenig positiv aufgefallen ist, war Toby Maguire. Denn der eine Gesichtsausdruck, den er draufhat, der hat zufälligerweise genau für seinen Charakter gepasst. Glück muss man haben. Dann ist die Geschichte so umnuanciert worden, dass sie eigentlich keinen Sinn mehr ergibt. Und dann ist das Ganze auch noch in 3D gedreht worden. Nur komplett mit wilden Kamerafahrten durch irgendwelche Häuserschluchten sowie übertriebene Gebäude und überladene Landschaften, bei denen sich der Computer-Hansl nicht einmal bemüht hat, dass das irgendwie echt ausschaut. Da wird die Sehnsucht nach guter schauspielerischer Leistung, nach Rückkehr zum Wesentlichen, nach tatsächlich vorhandenen Drehorten ohne Bluebox wirklich riesengroß.

Und dann stolpert man über ein Filmjuwel wie Mademoiselle Populaire. Ein französischer Film mit Romain Duris, der mich schon in L’auberge espagnol (ja, damals) und Der Auftragslover (mit Vanessa Paradis, unebdingt anschaun) begeistert hat. Die Geschichte kann im Prinzip auf den Satz “Sekretärin angelt sich ihren Chef” reduziert werden, trifft das Wesen des Films aber dann doch nicht. Denn der ist  derart entzückend gemacht, dass einem der Kitsch gar nicht auffällt und wenn schon, dann passt’s. Außerdem ist der Streifen unglaublich lustig. So ein richtiges Feel-good-Movie für schlechte Tage.

Der Inhalt vielleicht etwas länger: 1959 ist der Traumjob jeder jungen Frau Sekretärin. Landei Rose will nicht im Dorf versauern, sondern bewirbt sich in der nächsten Kleinstadt als Vorzimmerdame beim örtlichen Versicherungs-Agenten. Als Sekretärin ist sie zwar eine Katastrophe, aber sie kann superschnell tippen. Also will ihr Chef sie zum Champion bei den Schnelltippbewerben machen. Wie in echten Sportlerfilmen wird da trainiert und gejoggt und massiert. So witzig. Und ganz nebenbei kommen sich die zwei näher…Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Will ja niemanden spoilern;) Also bitte, anschaun!

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