Auf den Antillen chillen

Hach, so schön hat der Tag heute angefangen. Blaublauer Himmel und das im November. Das macht gute Laune. Aber jetzt ist alles vorbei. Die graugraue Wolkendecke drückt aufs Gemüt. Da hilft nur aufheiternde Musik. Ich sage bewusst nicht gute, weil es sehr oft die schlechte Musi ist, die die Laune hebt, die dunklen Schatten vertreibt und einem ein Lächeln, wenn nicht sogar ein Grinsen aufs Gesicht zaubert. Ein Lied, das es tatsächlich immer schafft, mich besser gelaunt zu machen ist “Die eine oder keine.” Und das Tolle daran: Es gibt zwei Versionen. Das Original aus dem Jahr 1996 und dann sozusagen die Fortsetzung 2005. Ich spiele da jetzt – ach Mist, jetzt fällt mir doch tatsächlich der Name von dem Hansl nicht mehr ein. Und ein Telefonat später kann ich sagen, meiner Mama auch nicht. Und Google ist sowieso zu blöd. Na jedenfalls, da hat es so eine Radio- oder Fernsehsendung (ich sage Fernsehen, Mama sagt Radio) gegeben, in der ein Typ klassische Musik für Kinder erklärt hat. Hat irgendwer eine Idee? Na wurscht. Jedenfalls tut ich jetzt einmal so, als ob ich der wäre, dessen Namen ich nicht mehr weiß, und führe euch langsam an das Lied heran.

Das ist nämlich wirklich durchstrukturiert bist ins kleinste Detail. Und erzählt eine Geschichte. Jaja. Also da ist dieser Typ. Und der hat sich verliebt. Und seine Dulcinea ist überhaupt die beste von allen. Und deshalb singt er jetzt über sie. Im ersten Teil geht es darum, dass er ja nie gedacht hat, dass sie sich für ihn interessiert. Aber das tut sie. Und jetzt sind sie zusammen und alles ist toll. Im zweiten Teil geht es darum, dass er ja nie gedacht hätte, dass sie sich für ihn interessiert. Aber das tut sie. Und jetzt sind sie noch immer zusammen und alles ist toll.

Ich hab jetzt ja leider nicht das 96er Video gefunden, aber was beim 2005er auffällt: Der Rapper-Finger ist ganz, ganz wichtig. Und die Tussi muss möglichst häufig im Bikinoberteil herumhüpfen. Von dem lenken nur ihre frischgebleichten Zähne ein bisschen ab. Was schade ist, da sie sich sichtbar bemüht hat eine knackige Figur zum knalltürkischen Bikini zu kriegen. Was das Lied aber auch ohne das Anschauen der Videos zum absoluten Schmankerl macht, sind die wunderbaren Reime. Hier nur eine kleine Auswahl, denn man muss die Werke schon in ihrer Gesamtheit erfahren. “Ich liebe deinen Körper. Um dich zu beschreiben fehlen selbst mir die Wörter.” (Dafür singt er dann doch recht lang über sie.) Obwohl er ihrer eigentlich nicht würdig ist, will er sich zukünftig beweisen und ganz viel anstrengen damit sie sich nicht dafür schämen muss, ihn zu kennen: “ich verfüg’ nicht über Yachten und Villen, doch einen starken Willen, sodass wir doch irgendwann auf den Antillen chillen”. (Mein Alltime-Favourite, btw) “Deine Haut ist weich wie Babypopos, in deinem Schoß find ich Trost” (Im Zuge dieser ganzen Pädophilen-Skandale möglicherweise keine geschickte Formulierung.)

Dass er da übrigens den Pachelbel-Kanon, also jenes Stück, das neben dem Hochzeitsmarsch aus Wagners Lohengrin und jenem von Mendelssohn Bartholdy  am häufigsten bei Brauteinzügen gespielt wird, vergenotwutzelt hat ist sozusagen die Cocktailkirsche am Punschkrapferl. Und Punschkrapferln machen nachweislich glücklich und froh. Also reinhören.

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