Den Gletschern beim Sterben zuschauen

Die Weltklimakonferenz ist gerade am Scheitern, Zeit also vielleicht doch ein bisschen über Klimaschutz und was denn jeder einzelne dafür tun könnte nachzudenken. Beim Denken helfen kann die Doku Chasing Ice, die gerade in den Kinos gestartet ist. Kurz zusammengefasst geht es darin um das Projekt Extreme Ice Survey (EIS), das vom Naturfotografen James Balog initiiert worden ist und die rasante Gletscherschmelze sichtbar machen soll.

Etwas länger ist das eine wirklich großartige Doku über einen Besessenen, die ganz nebenbei genauso beeindruckende wie beängstigende Bilder liefert. Im Rahmen von EIS haben Balog und sein Team weltweit Kameras auf Gletscher gerichtet installiert, die jede Stunde bei Tageslicht ein Foto schießen sollten. Und das über drei Jahre lang. Die Doku beobachtet die Umweltschützer anfangs bei der Entwicklung der Spezialkameras, begleitet sie, wie sie zu Fuß, mit Hundeschlitten und Helikopter durch die Eisweiten ziehen um diese dann zu montieren. Wir sehen, wie oft sie an technischen Problemen gescheitert sind und wie sie es dann doch schaffen, die Dinger zum Funktionieren zu bringen und natürlich die Bildbeweise vom Gletscherschwund. Dort, wo vor Kurzem noch ein dicker fetter Gletscher war, ist jetzt Geröllwüste. Und das Ganze ist keine natürliche Entwicklung. Wir Menschen beschleunigen das fleißig durch den rasant ansteigenden CO2-Gehalt in der Luft. Die Gletscher schmelzen übrigens nicht nur in weiter Ferne im hohen Norden. Auch die heimischen Gletscher tauen übereifrig vor sich hin. Im Jahr 2012 ist die Pasterze laut Gletscherbericht vom ÖAV fast 100 Meter geschrumpft und fast fünf Meter dünner geworden.

Balog und sein Team ermöglichen es uns aber nicht nur den Gletschern beim Sterben zu zusehen. Als Nebenprodukte liefern sie wunderschöne Aufnahmen aus dem Eis. Ein Wahnsinn ist auch das mitgefilmte Kalben, so heißt das Abbrechen von gewaltigen Eisbrocken eines Gletschers in ein Gewässer. Kurzum: Schaut’s euch des an.

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