Verkehrshutsi-Slalom

Glücklicherweise war ich am vergangenen Donnerstag noch so tiefenentspannt und gut drauf, dass mir die Autofahrt von Wien an die Heimatfront kaum etwas ausgemacht haben. Denn wäre ich das nicht gewesen, hätten mich die gefühlten 500 Baustellen dann doch etwas unrund gemacht. Aber so war ich nach einer eleganten Aida-Cremeschnitte, sehr originalen Tapas und einem netten Film (Frances Ha. Ich persönlich finde, der vermittelt ein positives Gefühl, der liebe W. denkt eher die Hauptperson ist in allem gescheitert und der Film ganz furchtbar traurig. Man muss sich also nur die richtigen Vergleichspartner suchen, um einmal als Optimistin dazustehen.) am Mittwoch total zen. Dass ich das wundersame Wirken der ASFINAG jetzt aber nicht gänzlich unkommentiert lassen kann, tiefentspannt hin oder her, versteht sich aber auch von selbst.

Prinzipiell gibt es zwei sinnvolle Wege um mit dem Auto von der Hauptstadt ins Kärntner Landle zu kommen. Wir wählen gerne die Strecke über den Semmering. Weil wir das immer machen, hab ich für meine Einzelfahrt (der liebe W war im Zug unterwegs um die Vera, unsere Vespa, ins Winterquartier zu bringen.) die Südautobahn gewählt. Ein Fehler, wie sich herausgestellt hat. Denn die Strecke ist großzügig mit Baustellen gespickt. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass zwei Drittel der Autobahn nicht in dem Tempo befahren werden können, wie es für eine Autobahn vorgesehen ist. Jetzt mag es zwar schon durchaus spannend sein, nicht mit 150, ähem, natürlich 130 dahinzubrausen und so noch einen Blick für die Umgebung haben zu können. Der Wechsel in Herbstlaune ist tatsächlich recht hübsch anzuschaun. Die Lärmschutzwände bei Graz dann schon wieder weniger. Die könnte ich in einem höheren Tempo hinter mich bringen. Und die Pack kenn ich seit Donnerstag so richtig gut. Mit 60 und Gegenverkehr da drüber zu tuckeln kann von den Straßenbauern nicht gewollt gewesen sein.

Überhaupt würde ich mehr Verständnis für die Tempodrosselungen und Absperrungen aufbringen, wenn da tatsächlich auch einmal einer arbeiten würde. An einem Donnerstagvormittag könnten man schon mit dem einen oder anderen Bauarbeiter rechnen. Aber nix. Nada. Zu gut 75 Prozent sind die Absperrungen ohne ersichtlichen Grund errichtet. Meine Theorie jetzt ist folgende: Die ASFINAG hat eine bestimmte Menge an Verkehrshutsis. Und die muss sie auch tatsächlich verwenden. Ein bisschen so, wie es mit den Abteilungsbudgets oft ist: Zuerst wird gespart und geknausert. Dann am Ende des Jahres kommt man drauf: Holla, ich hab noch so und soviel übrig. Wird das nicht verbraucht, wird das Budget im nächsten Jahr gekürzt. Also werden noch diverse Büromöbel gekauft, Anzeigen geschaltet und Zimmer ausgemalt. Die ASFINAG stellt einfach einmal alle bisher nicht verwendeten Hutsis raus. Und weil es nicht reicht, dass die einfach einmal am Straßenrand abgestellt werden – so wären sie ja auch einmal an der Luft – werden einfach Fahrstreifen gesperrt. Hier zwei Kilometer, dort fünf Kilometer, hin und wieder ein paar Hundert Meter. Die Blinkdinger müssen auch verwendet werden. Da freut sich jeder Autofahrer, wenn es auf der Autobahn blinkt und blitzt wie in der schönsten Dorfdisco. Hach, was soll ich sagen, Mobilität in Ö. Der Zug wird immer teurer und unbequemer, Autozüge werden gleich ganz eingespart und die Autofahrer sollten ihre Fahrzeuge am besten von A nach B tragen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *