Das Universum hat keinen Plan

Ich war ja schon ein bisserl verzweifelt, weil ich in letzter Zeit irgendwie kein Buch gefunden habe, das mir so richtig gefallen hat. Also der Hundertjährige hat mich natürlich schon froh gemacht. Aber dann waren da ein paar, die ich einfach nicht fertiglesen wollte. Ich gehöre nämlich zu denen, die, wenn ihnen ein Buch partout nicht zu gefallen anfängt, sie das tatsächlich weglegen. Vermutlich weil ich während des Studiums meiner Meinung nach genug Texte lesen musste, die mir nur mäßig getaugt haben. Also jetzt nicht falsch verstehen, das hat schon so gepasst. So von wegen Literaturstudium und Kanon und so. Aber jetzt lese ich halt wirklich nur mehr, weil es mir Spaß macht und dann will ich mich nicht von Seite zu Seite quälen.

Langer Einleitung kurzer Sinn: Ich hab wieder einen Roman gefunden, das mich so richtig umgehauen hat. “Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat”, im Original “The Universe versus Alex Woods” ist der Debütroman eines gewissen Gavin Extence und von Anfang bis zum Ende einfach nur großartig. Ich will inhaltlich nicht zu viel verraten, weil ich denke, dass das ein Text ist, auf den man sich möglichst unvorbereitet einlassen sollte. Wobei der Klappentext in diesem Fall gerade soviel verrät, wie nötig, aber nichts wirklich vorweg nimmt. Also für alle die, die nicht einfach ein Buch anfangen zu lesen, weil ich das sage, der Waschzettel:

“Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …”

Vermutlich könnte man die Geschichte als Tragikomödie beschreiben, aber damit würde man ihr wohl nicht ganz gerecht werden. Alex Erzählung – der Text ist in Ich-Form geschrieben – ist berührend und unheimlich lustig und tragisch und skurril und traurig und bizarr. Mitten in den schmerzlichsten, bittersten Momenten sagt er etwas, das einen einfach laut auflachen oder zumindest ganz fies Grinsen lässt. Am Cover steht “Ein Märchen für Realisten” und das trifft es vielleicht am besten. Und nur noch ein Wort zur Sprache: wunderbar! Also bitte lesen! Jetzt! Sofort!

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