Morgensport

Hach Kinder, der Frühling ist schön. Jaja, heute macht das Strahle-Wetter mit den Temperaturen über 20 Grad einmal Pause, aber eigentlich sind Temperaturen um die 15 Grad und ein bisserl Regen ja schon näher am regulären Frühlingswetter dran. Ich jedenfalls find’s toll. Und ich hab auch schon ganz brav mein Radl ausgewintert. Seit 1. April bin ich bezweirädert unterwegs. Kein Scherz. Das ist allerdings auch mein einziges Zugeständnis an Morgensport. Im Ernst, ich hasse Sport in der Früh. Da können diese ganzen Wohlfühl-, Wellness-, Fitness- und was-weiß-ich Gurus noch so oft und leidenschaftlich über die unzähligen “Benefits” von sportlicher Betätigung in aller Herrgottsfrühe schwärmen – am besten noch vorm Frühstück – ich kann das einfach nicht. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Ich bin ja anfällig für die Predigten all dieser Wohlfühl-, Wellness- und Fitness-Gurus. Die merkwürdigerweise eigentlich immer im Frühling besonders gehäuft daherkommen.

In Studentenheimzeiten hab ich mich ein Frühjahr lang mehrmals die Woche vorm Frühstück auf den Heimtrainer im grindigsten Fitnessraum ever gesetzt. Während des Studiums hat man aber den Vorteil recht frei und flexibel mit seiner Zeit umgehen zu können. In der Früh war irgendwann zwischen neun und zehn. Während des Erasmusjahres, in dem ich mir eingebildet habe, zweimal die Woche vorm Frühstück laufen gehen zu müssen, hat sich diese Zeit noch einen Tick nach hinten verschoben. Außerdem musste ich danach nirgendwo dringend hin. Also ausreichend Zeit zum gemütlich Duschen und Frühstücken. Das würde ja jetzt komplett wegfallen. Außer ich würde um etwa sechs Uhr aufstehen. Und zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett zu kriechen ist einfach keine Option für mich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich dadurch meine morgendliche Laune verbessern würde, wie ich unlängst irgendwo gelesen habe. Die Autorin hat von einer veränderten Morgenroutine gesprochen, die ja oh so belebend und lebensverändernd sein soll. Nicht mehr Snooze drücken (Ich sag immer, einmal ist kein Mal), morgendliche Sonnengrüße oder Laufen gehen. Je nach Wunsch. Und schon wäre alles besser. Nicht, dass ich der totale Morgenmuffel wäre. Aber ich brauche halt einfach eine halbe Stunde um mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich das Bett verlassen musste. Und während dieser Zeit meine knirschenden Gelenke und steifen Muskeln zu bewegen, hört sich nicht so an, als würde es sich gut anfühlen. Von wegen fit in den Tag.

Aber es muss so Menschen geben, die Morgensport lieben. Wie schon allein die Zahl der Aufwachsportsendungen vermuten lässt. Die liebe Ch. hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass unser aller ORF jetzt ein Morgenyoga-Programm sendet. “Jeden Samstag- und Sonntagvormittag ab 8.15” wie es heißt. Gut, ich persönlich würde 8.15 nicht als Vormittag bezeichnen, aber sei’s drum. Morgensportfernsehen wäre aber eigentlich ein Argument für einen Fernseher im Schlafzimmer. Ich genieße das an der Heimatfront immer sehr, dass ich beim Bett einen Fernseher hab: Aufwachen, einschalten und vorm Aufstehen noch ein paar Minutern auf MDR, Bayern et alii unglaublich glücklichen oder zumindest unglaublich lächelnden Menschen auf Stegen im See, vorm Alpenpanorama oder in der bunten Blumenwiese bei den Bauchmuskelübungen zuschauen. Hach, wenn ich es mir so recht überlege, hat Morgensport schon was für sich.

Alle Fotos via Bayerisches Fernsehen/Telegym.

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Last Modified on April 11, 2014
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2 thoughts on “Morgensport

  1. Stefan

    LOL (ich wünschte ich könnte hier wortgewandter rüberkommen aber um die Zeit … Das grenzt fast an Morgensport)

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