Die erste Wanderung – Mont St. Odile

So, ich kann nur hoffen, dass der Jänner bald vorbei ist, nachdem er sich zum Monat der Selbstverstümmelung entwickelt hat. Bitte alles unfreiwillig. Ich mag keine Schmerzen. Aber zuerst hab ich mir mit einem der tollen neuen Messer meinen halben Daumen abgesäbelt, dann hab ich mir ganz unheroisch beim Gehen den Fuß derartig verknackst, dass ich praktisch eine Woche unbeweglich und unbewegbar war und gestern hab ich mir auch noch meine Hände brandblasenfein gebrannt. Die Fingerkuppen gehen glücklicherweise, sonst könnt ich nicht einmal tippen. Wie das wieder gegangen ist? Schüssel mit zu wärmenden Erdäpfeln ins Backrohr, brav mit Topflappen rausnehmen, die media naranja warnen, dass das jetzt heiß ist, umdrehen, wieder hingreifen, diesmal ohne Topflappen und Schüssel mit beiden Händen umfassen. Tja, nicht schlau.

Zwischendurch schaffe ich es dann aber doch, nette Erlebnisse zusammenzubringen. Etwa einen Ausflug in die Vogesen. Also das, was im Elsass als Gebirgszug durchgeht. Wobei mit doch immerhin 1424 Metern ist der Grand Ballon oder Großer Belchen, der höchste Berg der Vogesen, doch um einiges höher als der Eselberg, der mit putzigen 974 Metern der höchste Punkt der Buckligen Welt ist. Der Grand Ballon isses diesmal nicht geworden, denn der ist ein Schigebiet und zurzeit sogar verschneit. Und wir wollten ein bisserl wandern. Also ging es zum Mont St. Odile, der in der Nähe der Ortschaften Obernai (vom Durchfahren her kann ich sagen: Unglaublich herzig) und Barr (keine Ahnung) liegt und auf dessen Gipfel sich eine Klosteranlage für besagte St. Odlie befindet. Für die Interessierten: Die Heilige hat hier auch ihr Grabmal. Mit dem Auto geht es auch bis vor die Klostertür. Dort warten einige riesige Parkplätze auf die Besucher. Und die sind auch jetzt im Jänner recht gut gefüllt. Ich denke mir, in der wanderbareren Frühlings- und Sommerzeit spielt es sich hier ordentlich ab. Was wir hier schon mitgekriegt haben: Franzosen sind große Outdoor-Fans. Wandern lieben sie in der (wirklich) großen Gruppe, sie gehen irrsinnig gerne laufen, wobei es vielen nicht genug ist, sich in der Ebene fortzubewegen, ein kleiner, feiner Berglauf muss es sein, und sie machen gerne mit ihren Mountainbikes Auen und Erhebungen unsicher. Um dem entgegenzukommen gibt es auf dem Mont St. Odile auch recht viele Wander- und Bikewege. Wir haben uns für einen Rundweg, der uns vom Kloster über die Ruine der Kapelle St. Jaques, jene des Chateau du Landsberg, die Heidenmauer, von der keiner so recht weiß wann sie wirklich gebaut und vor allem wofür sie errichtet wurde, die Grotte der Druiden zurück zum Kloster geführt hat, entschieden. Die Route stammt aus dem Wanderführer, den uns die Damen S. mit auf den Weg gegeben haben. Herzlichen Dank an dieser Stelle. Wir sind wieder heil angekommen, also kann das Bücherl nicht so schlecht sein. Für alle, die es einmal in den Elsass verschlägt sei das Buch hier verlinkt. Die Tour hat in etwa drei Stunden gedauert. Für eine Jännerwanderung also genau richtig, weil’s ja doch noch ein bisserl kalt ist und das mit dem Hinsetzen und Pausieren noch keine so richtig gute Idee. Die Route, wie eigentlich alles auf dem Mont St. Odile, führen durch – in aktuellen Fall verschneite – Wälder, vorbei an Ruinen und Hinkelsteinen, gibt immer wieder herrliche Ausblicke auf die umgebende Landschaft, etwa vom Chateau du Landsberg oder auch der Kiosque Jadelot, einem Unterstand mit Terrasse. Das Kloster bietet auch die Möglichkeit zum Übernachten und ist scheinbar auch ein Seminarhotel oder etwas Ähnliches. So bezaubernd ist es dann aber doch nicht. Kurzum: Ein Tagesausflug auf den Mont St. Odile zahlt sich aus.

Das Kloster St. Odile
Das Kloster St. Odile

 

St. Odile von unten
St. Odile von unten

 

Alle Wege führen zur Wunderheilung
Alle Wege führen zur Wunderheilung

 

 

Odile2

 

 

Odile1

 

Chateau Landsberg
Chateau Landsberg

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