Stephen

Die Oscarverleihung nähert sich mit Riesenschritten und ich hab nur einen sehr kleinen Teil der nominierten Filme gesehen. Wieder einmal. Ein bisschen aufgeholt hab ich gestern. Und zwar mit einem unglaublich großartigen Film: “The Theory of Everything” erzählt die Geschichte von Stephen Hawking und seiner (ersten) Frau Jane Wilde. Hawking studiert Anfang der 60er Physik in Cambridge als er der Literaturstudentin begegnet und sie sich ineinander verlieben. Und dann kommt die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose oder ALS (Ice Bucket Challenge, anybody?), bei der die für die Muskelbewegungen verantwortlichen Nervenzellen langsam absterben. Man gibt ihm noch zwei Jahre zu leben. Jane bleibt bei ihm und gemeinsam kämpfen sie sich durch die Krankheit, durchs (Familien)-Leben. Manchmal erfolgreich, dann wieder nicht. Ein Film über persönliche Tragödien und die Härte des Lebens aber auch über Hoffnung und die Kraft, die jedem innewohnt. Ich bin ja generell sehr nah am Wasser gebaut und bin schon beim Trailer in Tränen ausgebrochen. Überflüssig zu sagen, dass mir praktisch den ganzen Film Tränen runtergelaufen sind. Der Film berührt, bewegt und das auch noch lange nach dem Schauen. Die Wirkung hält an. Und das liegt nicht nur an der Lebensgeschichte von Hawking aber auch von Jane sondern auch ganz stark an der Umsetzung. Felicity Jones ist umwerfend als Jane Wilde später Hawking, der nicht zugetraut wird, dass sie mit der Krankheit, mit einem Leben mit Stephen zurecht kommt, die aber eine unglaubliche Stärke in sich trägt. Die aber auch erkennen muss, dass der Wille allein oft nicht reicht und das Leben immer wieder Haken schlägt. Und Eddie Redmayne als Stephen Hawking ist unglaublich und hat meiner Meinung nach vollkommen zurecht den Golden Globe und x andere Preise erhalten. Und ich hoffe wirklich sehr, dass er auch den Oscar kriegt. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich von den Mitnominierten bisher nur Ralph Fiennes in The Grand Budapest Hotel gesehen habe – wunderbar aber Redmayne ist in dieser Rolle einfach um Klassen besser.) Nicht nur, weil es erstaunlich ist, wie sehr er hinter dieser Rolle verschwindet, sich – gewiss auch Dank gutem Make- ups – körperlich verändert. Er schafft es die ganze Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung, die Hawking sicher empfunden haben muss, zu vermitteln, ohne das es jemals ausgesprochen wird. Und im Laufe des Films ist er zunehmend auf seine Mimik beschränkt, auf kleinste Zuckungen der Augenbrauen. Das geht echt unter die Haut. Genauso spürt man aber auch, dass das ein zutiefst positiver Mensch ist, mit einem herrlichen Sinn für Humor und der sich vom Verfall seines Körpers nicht von den schönen, den ihm wichtigen Dingen ablenken lässt. Also bitte, wenn ihr einen Film noch schnell vor den Oscars anschauen wollt, dann diesen.

Und um die Stimmung etwas aufzuheitern, spricht Eddie Redmayne über seine Begegnung mit Stephen Hawking.

Und wer ein langes Interview, das auch noch einen herrlichen Liam Neeson bereithält, sehen will und kurz einmal ein Stünderl Zeit hat, der klicke hier drauf.

Last Modified on February 5, 2015
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