Musikalische Peitschenhiebe

Das Oscar-Filme-Schauen geht lustig weiter und ich bin sehr froh, dass ich diesen Film noch erwischt habe, bevor er wieder aus den Kinos verschwindet. In Whiplash geht es um einen jungen Jazz-Schlagzeuger, der zu den Besten gehören will. Einen Schritt hat er schon geschafft: Er ist an einem der renommiertesten US-Konservatorien aufgenommen worden. Der nächste Schritt folgt bald: Der berühmt-berüchtigte Leiter der Studio Band, die an diversen Wettbewerben teilnimmt und als Karrieresprungbrett gilt, holt ihn an Board. Einerseits natürlich großartig, andererseits hat der Gute seine ganz eigenen Unterrichtsmethoden. Er treibt seine Schüler an, bringt sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Und das nicht unbedingt auf die liebe und nette Art, was wohl sehr der Realität der Profimusiker entspricht. Was soll ich sagen, der Film ist einfach großartig, was nicht zuletzt an den beiden Darstellern Miles Teller als Drummer Andrew und J.K. Simmons als Lehrer Fletcher liegt. Letzterer hat vollkommen zurecht den Oscar als bester Nebendarsteller bekommen und warum ersterer nicht einmal eine Nominierung gekriegt hat, weiß kein Mensch. Das Zusammenspiel der beiden ist umwerfend. Der Film gibt einen grandiosen Einblick in die Welt der (angehenden) Profimusiker: Wie weit ist jemand bereit ist für seinen Traum zu gehen? Was gibt er dafür auf? Was erträgt er? Und wie kriegt man das Beste aus einem Musiker heraus? Durch Grausamkeit und Erniedrigungen? Alle, die einmal auf einer Musikschule waren, sollten sich den Film anschauen und im besten Fall froh sein über die eigenen Lehrer. Und sie und alle anderen sollten einen mitreißenden Film mit herausragenden Schauspielern genießen.

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