Oh, Champs Élysée

Sacre bleu, ist jetzt schon Ostern vorbei? Na, dann wird es Zeit von unserm Ausflug nach Paris im März zu berichten. Jahrelang hab ich gesudert und gesempert “Ich will nach Paris. Ich will nach Paris. Ich will nach Paris.” Ein schon recht langweilig gewordenes Mantra aber gebracht hat es nix. Die media naranja wollte da nicht hin und auch meine liebste andere Reisebegleitung hat sich gesträubt. Die findet die Stadt an der Seine blöd – ist aber immer nur arbeitstechnisch dort. Ich sag ja nur. Und die MN hat Paris mit 16 irgendwie nicht so leiwand gefunden und wollte das Erlebnis nicht wiederholen. Hmpf. Dann hat sich Strasbourg am Horizont abgezeichnet und ich hab praktisch mit mir selbst abgeklatscht. Man kann ja nicht zwei TGV-Stunden von der Hauptstadt entfernt wohnen und nicht hinfahren. Der Göttergatte hat das naturgemäß anders gesehen und irgendwas Unverständliches gemurmelt. Doch dann hat er gesehen, dass man in Paris auch laufen kann. So richtig mit Zeitnehmung und die Halbmarathondistanz und er hat so ein Leuchten in den Augen gehabt. Und dann hat er mir freudig eröffnet, dass wir das Wochenende vom 7. März in Paris sein werden. Und bevor er sich’s anders überlegen konnte und ich dann doch allein durch die Stadt der Liebe hätte marschieren müssen (kann ja auch nix) hab ich die Unterkunft gebucht. Wir also mit dem flotten Zug non-stop (Könnte sich die ÖBB bitte einmal anschauen, wie das geht? Man muss nicht bei jedem Misthaufen zwischen Wien und Villach stehen bleiben. Vor allem nicht, wenn man den Dreckszug dann Intercity nennt. Ehrlich, in 15 Jahren Südbahnfahren hab ich es genau einmal erlebt, dass jemand in Unzmarkt ausgestiegen ist. Und ich bin mir sicher, die Person hat sich vertan und es bald darauf bitter bereut.) nach Paris. Und was soll ich sagen: Ich war begeistert. All die Warnungen von Unfreundlichkeit und hohen Preisen und Menschenmassen haben mich eingangs verunsichert. Aber alles war gut. Die Menschenmassen waren da, aber nach ein paar Monaten Kleinstadt war das eigentlich ganz fein. Und wenn man den Touriströmen ausweichen will, biegt man einfach von den ausgewiesenen Trampelpfaden ab und ist quasi alleine. Teuer ist es. Aber eigentlich auch nicht viel schlimmer als Strasbourg und wahrscheinlich der Großteil von Frankreich. Und von wegen unfreundliche Kellner: Da hab ich in Wien Schlimmeres erlebt. Oder wie der Göttergatte gemeint hat: Wir sind halt doch durch eine harte Schule gegangen.

Die Stadt ist riesig und hat unglaublich unterschiedliche Eckerln und wir haben eh nur einen Teil anschauen können. Müssen wir also wieder hin. Blöd. Der GG ist übrigens konvertiert – vom Paris-Hasser zum Paris-Liebhaber. Tja, manchmal braucht man nur die richtige Begleitung (sagte sie vollkommen uneitel und gänzlich ohne den Versuch Komplimente zu erheischen.) Besonders lustig war, dass gleichzeitig Fashion Week war und die Stadt voll war von den Fashionistas und Mode-BloggerInnen, die sich bemüht haben besonders cool zu posen. Ich hatte meinen Spaß und der GG hat nur den Kopf geschüttelt. Sonst standen für den ersten Parisbesuch natürlich die Klassiker am Programm: Montmartre mit Sacre Coeur (der hässlichsten und uninteressantesten Kirche, die ich je gesehen hab), Notre Dame, Ile de la Cité, Eiffelturm, Tuilerien, Champs Elysee….Der Halbmarathontag war übrigens superdupersonnig und hat uns zum Chateau de la Vincennes gebracht. Die Ecke ist auch einen Besuch wert und hat einen hübschen Parc Floral dabei, der in etwa jetzt sicher wunderschön schon ist. Anfang März war er noch etwas karg aber da die Startnummernabholung drinnen war, mussten wir zumindest keinen Eintritt zahlen. Vor dem Schloss haben ein paar Verhaltenskreative übrigens Quidditch gespielt. Ja genau, wie Harry Potter nur ohne fliegen und das schaut dann echt merkwürdig aus. Erwachsene Menschen, die mit Stöckchen zwischen den Beinen herumlaufen. Aber wenn es ihnen Spaß macht.

Lukullisch hat Paris natürlich auch einiges zu bieten. Wir wollten auch einmal ganz Touristen sein und sind ins Le Relais de Entrecote, so der Figlmüller von Paris. Nur gibt es dort pro Tag nur ein Gericht – ein Entrecote halt, mit irgendeiner Sauce – und du kannst dir im Prinzip nur aussuchen wie es zubereitet sein soll. Normalerweise ist davor eine Megaschlange aber wir waren früh dran und haben sofort einen Platz bekommen (ich hätte mich auch nicht angestellt, dafür bin ich noch nicht lange genug in Frankreich). Damit Pariser Lokale möglichst viele Menschen fassen können, haben sie nicht nur winzige Tische, die Dinger stehen auch Kante an Kante und die Kellnerin muss den Tisch rausziehen, damit du aufs Bankerl kannst. Also besser davor aufs Klo gehen. Da saßen wir also quasi Oberschenkel an Oberschenkel mit den anderen Touris und hatten eine wirklicht lustige Kellnerin. Hat mich ein bisserl an die eine mit der schrillen Stimme vom Tichy erinnert. Nur ohne das ganze Rosa. Das Essen war hervorragend muss ich sagen. Einmal war fein. Zweimal müsste ich aber nicht hin. Aber da der Mensch nicht von Entrecote alleine lebt, waren wir auch Burgeressen. Mit der Burger Guide (eine wirklich empfehlenswerten Seite. Wirkt echt glaubwürdig) haben wir uns den angeblich besten Burger von Paris rausgesucht. Gut, es mag sein, dass ich da bei der Adresse was übersehen hab und wir zuerst zu der Filiale gestiefelt sind, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht eröffnet war, aber hey, danach waren wir wirklich hungrig und der Burger ganz fantastisch.

Jetzt aber genug gefaselt. Hier ein paar Eindrücke von der Stadt an der Seine.

PS: Ich bin grad draufgekommen, dass die Fotos von Bordeaux viel schöner sind. Keine Ahnung woran das liegt, natürlich ist es idyllischer weil kleiner, aber nicht abschrecken lassen. Paris ist eine Reise wert.

 

Metro

 

 

Sacre Cœur
Sacre Cœur

 

Musiker am Montmartre
Musiker am Montmartre

 

Montmartre

 

 

Notre Dame
Notre Dame

 

Quidditch
Quidditch

 

Eiffelturm

 

 

Wien in Paris. Hab von ganz lieben Menschen Wien zum Mitnehmen bekommen.
Wien in Paris. Hab von ganz lieben Menschen Wien zum Mitnehmen bekommen.

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