Schon-Steuer am Nicht-Geburtstag

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Hach, Kinder, ich sag’s euch, manche Tage sind einfach schwierig. Etwa die, an denen man seine Steuererklärung macht. Oder machen wollte respektive sollte. Bis zu diesem Wochenende hab ich mir nämlich eingebildet, dass das bis 30. April erledigt sein muss. Ich also gestern in der Früh, war ja erst der 27., elangeladen meine Buchhaltung a.k.a. die Schachtel genommen und schon auf die erste schier unüberbrückbare Hürde gestoßen. Den wichtigsten Zettel, nämlich den, auf dem meine Branchenkennzahl steht, hab ich im zuhausegebliebenen Ordner vergessen. Die rauszukriegen ist nicht immer leicht, die Einteilung nicht immer logisch oder gar schmeichelhaft. Selbständige Journalisten fallen unter Sonstiges. Irgendwo zwischen Abfall- und Abwasserbeseitigung und dem Vertrieb von Glücksspielautomaten. Karmatechnisch also richtig oarsch. Da die Einteilung vom Finanzamt kommt, mach ich mir um meine Wiedergeburt jetzt aber nicht die großen Sorgen. Werd ich halt ein Regenwurm, die kommen aber sicher als Nacktschnecken wieder. Na jedenfalls konnte mich die liebe S. nummerntechnisch aufklären und nach Kontrolle meiner letzten Steuererklärung ist mir aufgefallen, dass ich eh bis 30. Juni Zeit habe, weil ich den ganzen Schmus elektronisch abgebe. Aber wenn ich schon angefangen habe, kann ich das auch gleich machen, sonst sitze ich Ende Juni da und tippsle frenetisch Rechnungen ab und rechne zusammen und fülle aus. Das Losschicken letztes Jahr um 23.40 Uhr war sogar für meinen Geschmack etwas knapp. Na jedenfalls, das wollte ich alles gar nicht erzählen. Wichtig ist nur: Steuererklärung – der Spaß hält sich also in Grenzen. Schön, wenn man sich dann selbst noch eine Freude machen kann. Die Sache ist nämlich die: Ich hab ein Packerl gekriegt. Wenig spektakulär, nur Shampoo (völlig überteuert aber das einzige, das meinen dünnen Federn ein bisserl Volumen gibt.) Beim Auspacken denk ich mir noch, jui, das ist aber nett eingepackt und dann seh’ ich auch schon die Karte und es fällt mir wie Schuppen von den Augen: Ich hab bei der Lieferung ja “gift wrap” angekreuzt. War gratis und wenn ich schon eine kleines Vermögen für Kosmetika ausgebe, sollen die sie auch nett verpacken. Und mit der Karte hab ich mir selber “a very merry unbirthday” gewünscht. Mag jetzt etwas verhaltenskreativ klingen, aber ich hab sehr über meine Idee also mich lachen müssen und die restliche Steuererklärungserledigung mit einem Lächeln hinter mich gebracht. Und das ist es, was zählt. Ich hoffe die Menschen mit der weißen Jacke sehen das genauso.

 

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One thought on “Schon-Steuer am Nicht-Geburtstag

  1. Stefan

    Immer schön wenn eine Geschichte ein Happy End hat!

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