Bei den Normannen

Eigentlich dürfte man ja gar nicht soviel von den Orten vorschwärmen, die einen binnen Minuten, ja Augenblicken für sich gewonnen haben. Denn dann kommen da noch mehr Menschen drauf, dorthin zu fahren und dann ist es vielleicht nicht mehr ganz so schön. Oder halt schon noch schön aber überfüllter. Eigentlich. Denn uneigentlich möchte man dann schon vorschwärmen von all diesen herrlichen Fleckchen und wenn wir uns ehrlich sind die Leute auch ein bisschen neidisch machen. Und wenn ich die Bilder wieder anschaue, dann packt mich gleich das Fernweh. Wo es den Göttergatten und mich diesmal hinverschlagen hat? Zu den Normannen. Eigentlich sollte es für ein verlängertes Wochenende ja nach St. Malo in der Bretagne gehen, das auf den Fotos einfach nur superkitschigschön ausschaut. Die acht Stunden Autofahrt haben uns dann doch abgeschreckt. Sind wir halt sechs Stunden nach Honfleur in der Normandie getuckelt. Und das war keine schlechte Entscheidung. Am Donnerstagabend ging es los mit einer Übernachtung in Reims, der Hauptstadt der Champagne. Und das ist auch so ziemlich das Highlight der Stadt. Die hat mich ja nicht so aus den Socken gehauen aber wir haben natürlich brav Champagner eingekauft. Wenn man schon einmal da ist. Wobei der GG meint, wir sollten uns überlegen unser Geld in etwas Dauerhafteren anzulegen als Alkohol und Käse. Und Blumen und Schuhe meinerseits. Wobei die Schuhe da ja noch das Haltbarste sind. Aber egal am nächsten Vormittag ging’s weiter nach Deauville/Trouville. Ja das mit dem Filmfestival. Deauville war früher auch Sommer-Treffpunkt der Haute volée, wovon Casino und Jachthafen heute noch zeugen. Sonst strahlt es einen Glamour vergangener Zeiten aus. Sehr schön. Der Strand ist auch auf jeden Fall einen Besuch wert.

Nach einem Spaziergang und Kaffetschi dort haben wir also unser eigentliches Ziel Honfleur erreicht. Ein wirklich malerisches altes Fischerdorf, das vom Tourismus allerdings durchaus entdeckt wurde. Im Sommer dürfte es da vor allem am Wochenende schon recht abgehen aber es ist einfach so putzig dort. Wir hatten ein herrliches Miniappartement direkt beim alten Hafenbecken. Weil es zwar nett ist, in so einem Fischerdorf, das aber natürlich nicht alles sein kann, haben wir die Küste erwandert. Und da kann ich leider auch nur ins Schwärmen geraten. Die Kreidefelsen sind sehr malerisch, das Meer weit und blau. Am Land haben sich leuchtend gelbe Rapsfelder mit frischem Grün abgewechselt und dazwischen grasen und wiederkauen immer wieder Kühe oder platzieren sich Pferde gekonnt bei einem blühenden Apfelbaum. Unglaublich idyllisch alles.

Auch kulinarisch ist die Normandie nicht so schlecht aufgestellt. Der Camembert kommt von hier und auch der restliche Käse ist ein Gedicht. Aus den ganzen Äpfeln und Birnen, die hier wachsen, wird Calvados, Cidre und Poiré (also Birnenmost) und da das Meer ja gleich da ist, kann man sich auch fischtechnisch recht gut durchkosten.

Und so ist ein verlängertes Wochenende leider viel zu schnell vorbei und wir haben wieder ein Fleckerl gefunden, zu dem wir un-be-dingt zurückkehren wollen. Wenn es da nicht noch so viel anderes zu sehen gäbe. Hach, das Leben ist hart.

Trouville

Trouville2

 

La Mer

 

Honfleur
Honfleur
Entretat
Entretat

Vachedylle

 

Cheval

 

Vaches

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