Trip down memory lane

Was machen Anfangs-Dreißiger, um sich in ihre Jugend oder halt in ihre jüngeren Jahre zurückzuversetzen? Genau, sie gehen auf ein Konzert von einer Indie-Band in einer relativ grindigen Location im nicht ganz so schicken Teil der Stadt. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich wirklich froh bin, endlich so ein Eck in Strasbourg gefunden zu haben. Keine knutschigen Fachwerkshäuser, keine schicken 19. Jahrhundert- Bauten, keine Riesenrosenbüsche im Vorgarten (gut, das stimmt nicht ganz – aber der Rosenbusch war eigentlich recht klein und allein. Wir sind noch immer in Strasbourg und Strasbourger lieben ihre Blumen. Isso.). Bisher hatte ich es ja nur in das Plattenbau-Eck geschafft, aber da will man echt nicht wieder hin. Aber jetzt weiß ich endlich, wo ich sicher einen guten Kebab herkriege.

Jedenfalls – Konzert. Die Band hieß Waxahatchee und kommt aus Philadelphia. Zur Vorband haben wir es nicht mehr geschafft. Mein Radl-Reifen ist nämlich explodiert. Schmäh-ohne. Es hat einen Riesenknaller gemacht und dann ist der Schlauch aus dem Reifen gehangen. Ich werde heute also den Wert meines Drahtesels verdoppeln (verdreifachen?) indem ich einen neuen Reifen inklusive Schlauch dafür besorge. Der Verlust des fahrbaren Untersatzes hatte zur Folge, dass wir die Öffis nehmen mussten. Aber ich probier ja immer wieder gerne etwas Neues aus. Und es hat sich ja auch tatsächlich ausgezahlt. Die Band war echt gut. Oder besser gesagt, die Musik war echt gut. Die Band konnte sich nicht dazu durchringen mit dem Publikum zu interagieren, was halt bei einem Live-Konzert schon schade ist. Wir wissen bis jetzt nicht, ob die Frontfrau einfach extrem schüchtern ist und sich außer einem “Thank you” nix getraut hat sagen. Oder ob die Gute grantig war, weil nur etwa 50 Leute da waren. Sei’s wie’s sei, die Musik hat mich dann doch sehr an das erinnert, was ich früher schon gern gemocht habe, wobei die Band live viel härter aufgespielt hat, als auf den Songs, die sie auf ihrer Webseite haben oder die auf diversen Video-Plattformen zu finden sind. Also weniger “Ich und meine Klampfe” und mehr “Pfoah, lässig dieser Verstärker. Und erst die Drums!”. Nachdem mir der Bass erst einmal in den Magen gefahren ist, dachte ich für eine Millisekunde: “Jössas, das ist aber laut.” Da mich das aber alt macht, habe ich diesen Gedanken ganz schnell verdrängt und dann war’s echt super. Und für die, die nicht dabei waren, hier ein paar Eindrücke. Bitte anhören.

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