Sonntags im Park

Ist es nicht herrlich, einmal einfach genau nichts zu tun? Also im Endeffekt macht man ja was – in meinem Fall ist das dann meistens Lesen, der Ort variiert – aber man hat nichts geplant und schaut einfach einmal wo es einen hintreibt. Nachdem das vergangene Wochenende um einiges weniger heiß als die vorangegangene Woche (vor allem jene in Good Ol’ Vienna) war, wurde der Plan Baggersee recht flockig fallengelassen. Das Preisleistungsverhältnis hätte einfach nicht gepasst. Denn auch wenn ein Baggersee meines Erachtens noch immer besser als ein Schwimmbad ist (Wowowo sind richtige Seen, wenn man sie braucht?), so richtig schön ist so ein Tümpel dann doch nicht. Was macht man also in der Stadt: Ab in den Park. Der ist nicht nur nicht weit sondern bietet einem auch die wunderbare Gelegenheit die Einheimischen völlig ungezwungen in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. Und wenn man Erdbeeren hat, kommen sie auch ganz na zu einem dazu. Folgendes kann nach einem Sommersonntagnachmittag im Park bemerkt werden:

Alle – und ich meine alle – mit Kindern müssen die Stunden zwischen Mittag- und Abendessen mit eben diesen im Freien verbringen. Der Nachwuchs wird hierfür in quietschbunte Kleidung gesteckt. Möglicherweise war dies zunächst als Hilfe zur Auffindung der eigenen Nachkommen im vorherrschenden Gewusel gedacht. Wenn allerdings sämtliche Anwesenden im Alter zwischen einem und sechs Jahren einem entgegenleuchten wie die Müllmänner, wird dieser Zweck ad absurdum geführt.

Bring deine Wasserpfeife mit. Wenn du keine hast, dann fahr nach Kehl, wo eine Shisha-Bar neben der anderen ist, und frag dort nach. Irgendwo müssen die ihre Rauchhilfen ja auch her haben. Und freu dich nebenbei daran, dass die deutsche Grenzstadt inzwischen im Jahr 2003 angekommen ist.

Lass endlich die Finger vom Digeridoo und bring deine Trommeln. Für die Trommelsession mit Gleichgesinnten, vergiss nicht, dir mindestens drei Wochen lang nicht die Haare zu waschen.

Es stehen so viele ungenutzte Bäume in so einem Park. Schnapp dir deine Slackline, wickel sie um einen Baum und los geht’s. Du wirst nicht lange alleine blieben – oder in anderen Worten: Wenn du es baust, werden sie kommen. Zudem machst du mit deinem athletischen Körper vielen Menschen eine Freude. Und keine Sorge, die schauen nur.

Wenn es dir an besagtem athletischen Körper mangelt, spiel Fußball.

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