Guilty pleasure

Laut dem allwissenden Online-Nachschlagewerk ist ein guilty pleasure etwas, – als Beispiel werden Serien, Filme, Fast Food genannt – das man mag, obwohl die Allgemeinheit es nicht sehr schätzt. Ein interenettes Wörterbuch schlägt kurzum vor: Etwas, das du magst, obwohl du weißt du solltest nicht. Die Übersetzung ist dann noch schlimmer. Da heißt es gleich “Laster” oder etwas weniger schlimm “heimliches Vergnügen”. Macht etwas also mehr Spaß weil man es heimlich macht? Kann schon sein. Mein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis verhindert Derartigkeiten allerdings in den meisten Fällen und außerdem wird damit ja auch impliziert, dass ein gewisses Maß an sich Schämen angebracht wäre – wie ja auch der englische Ausdruck impliziert. Da mir jetzt auf die Schnelle aber auch keine bessere Bezeichnung einfällt, lasse ich das einmal so stehen. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich schäme mich keineswegs für meine mehr oder weniger heimlichen Vergnügen, ohne sie käme ich mir unvollständig vor:

Ich liebe gut geschriebene historical romance novels und ich kann bei Dirty Dancing und French Kiss mitreden. Ich genieße jeden einzelnen Löffel Nutella, den ich direkt aus dem Glas esse. (Ganz wichtig dabei ist es allerdings, das Glas immer wieder zu verschließen, zurück ins Regal zu stellen und aus dem Raum zu gehen. Allein die Kalorien, die beim Hin- und Hergehen verbrannt werden rechtfertigen einen zusätzlichen Löffel.) Ich brauche meine monatliche Dosis Hochglanzmagazine, die ich am Samstag- oder Sonntagnachmittag eingerollt im Ohrensessel/am Sofa lese. Ohne frischen Blumenstrauß ist mein Schreibtisch nicht komplett und ich bin bereit zu viel Geld dafür auszugeben. Ich werde immer eine Rechtfertigung finden, warum ich dieses eine Paar Schuhe noch dringend gebraucht habe. Das beste Kinoessen sind Nachos mit Käsesauce. Ich finde diese Model-Such-Shows einfach herrlich unterhaltend und kann währenddessen sämtliche Gedanken an Feminismus ausblenden. Ich liebe es Sportsachen zu kaufen, egal ob für Yoga, Laufen oder Wandern. Ich werd’ da immer ganz fipprig. Mein neuestes Vergnügen ist ein das Rachel Zoe Project. Die liebe A. hat mir schon vor einer ganzen Weile davon erzählt und jetzt bin ich irgendwie drübergestolpert und tatsächlich hängen geblieben. Unser aller liebste Video-Plattform bietet alle Staffeln zum entspannten Binge-Watching. Worum’s geht? Naja, da ist Rachel Zoe, die über-Promi-Stylistin, ihr Mann, ihre Mitarbeiter, die Mode und viel Drama, Baby. Im Prinzip haben alle einen ziemlichen Hau und das macht es schon unglaublich lustig. Für die Tage im Leben, wenn man leichte und fluffige Unterhaltung braucht.


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