À la lyonnaise

Ihr Lieben da draußen, ich würd’ euch ja gerne bessere Nachrichten bringen, aber leider bin ich wieder einmal krank. Entsetzt euch das auch so sehr wie mich? Na, dann ist ja gut. Zugegebenermaßen geht es mir heute eh schon wieder besser. Fast gut, könnte man sagen. Aber das lenkt ja nur von der Tatsache ab, dass es mir vor zwei Tagen so richtig schlecht gegangen ist. Ich schiebe es ja auf die Killerkeime, die der anverwandte und sonstige Nachwuchs mit sich herumgeschleppt hat beim wochenendlichen Besuch an der Heimatfront. Ach was sag ich. Hätten sie diese nur mit sich herumgeschleppt! Nichts wär’ passiert. Aber diese kleinen Bazillenmutterschiffe müssen die ja auch noch verteilen. Nichts und niemand ist dann mehr sicher. Und dann prackt es eine gstandene Frau wie mich vollkommen ohne Vorwarnung auf oder hin oder jedenfalls ins Bett. Ganz fertig war ich den ganzen Dienstag. Nichts als schlafen konnte ich, wollte ich. Und zu der gnadenlosen Erschöpfung, dem Halsweh und Husten kam dann das, was gemeinhin nur als erhöhte Temperatur bezeichnet wird. Ach, so ein verniedlichender Name für etwas, das nicht so weit vom Fieber entfernt ist. Gilt nicht auch der Schlaf als der kleine Bruder vom Tod? Und dann gibt es auch keine Mutter in der Nähe, die einen umsorgt, umhätschelt, umschwirrt. Ja, was bleibt denn dann noch als schier grenzenloses Selbstmitleid? Dieses mächtige Gefühl, das einen umspült und überwältigt. Langsam mag es abebben, ganz weg ist es gewiss noch nicht, dafür kratzt der Hals noch zu sehr, ist die Stimme noch zu rostig. Aber ich sehe wieder ein Lichtlein am Ende des Tunnels. Und damit ihr auch etwas habt, das euch vielleicht einen sonst schnöden Arbeitstag versüßt ein paar Impressionen vom letzten Aufenthalt in Lyon. Eine, das kann ich auch geschwächt wie ich gerade bin noch inbrünstig vorschwärmen, wirklich bezaubernde Stadt. Renaissance-Altstadt, Hügel zum auf die Stadt hinabblicken und gar zwei Flüsse, die sie durchfließen. Nun denn, genießt den Anblick, der diesmal ein vorwiegend schwarz weißer ist. Ich tu mir heute noch ein bisserl selber leid.

Lyon en haut

Hotel de Ville

Streetlights

place

cheval

passage

mathilde

Café

fontaine

Rhone

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