Feierlich

maroni

Habt ihr jemals den Nationalfeiertag gefeiert? Ich auch nicht. Die mangelnde Begeisterung für das Begehen dieses Feiertages – vor allem wenn man es etwa mit Frankreich oder überhaupt den USA vergleicht – mag ja in der Grundlage des Tages liegen. Die Erstürmung eines Gefängnisses oder die erkämpfte Unabhängigkeit lassen halt mehr Nationalenthusiasmus zu als der Abzug der Besatzungstruppen oder halt die Neutralitätserklärung. Tja, es ist leichter als Siegermacht zu feiern. Aber egal. Darum geht es hier ja nicht. Es geht mehr darum, dass das Leben im Ausland seltsamerweise so etwas wie ein gewisses Bewusstsein, dass die Wurzeln anderswo sind, hervorbringt. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, hier den französischen Nationalfeiertag miterlebt zu haben. Neben dem Militärspektakel in Paris geht es für jede etwas größere Ansammlung von Häusern darum, ein möglichst spektakuläres Feuerwerk abzuheizen. Und manchernorts gibt es auch große Grillagen. Nicht in dem Ausmaß, wie es die Amerikaner machen, aber doch. Jetzt bin ich tatsächlich keine, die sich unbedingt Feuerwerke anschauen muss. Meistens denk ich mir, wieviel Geld da buchstäblich verpulvert wird. Allerdings finden die meisten Feuerwerke in Ö ja auch im Winter statt, genauer gesagt zu Silvester und ich persönlich kann schwer genug Enthusiasmus für Knallerei und Flitterlichter aufbringen, wenn mir langsam vor Kälte die Finger und Zehen taub werden. Aber so mitten im Sommer gemütlich draußen sitzen und sich dann halt noch ein paar Raketen anzuschauen, ist schon nett. Und für Grillagen bin ich ja immer zu haben.Ich finde das einfach eine der nettesten und gemütlichsten Formen des fürs Essen Zusammenkommens. Und so hat sich über den Sommer in mir der Wunsch gefestigt, diesmal auch am 26. Oktober etwas zu machen. Rausgekommen ist ein beschauliches Würstel- und Maronibraten inkl. Grünem Veltliner im Park bei Kerzenschein (gut die Laternen am Weg haben auch ein bisserl Licht gespendet) mit einer Handvoll Mit-Ösis. Weniger Party mehr wildromantisch aber unbedingt wiederholenswert. Also nachträglich schönen 26. Oktober.

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