Crazy Cat-Lady

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Jetzt ist es passiert. Wir sind zu dritt. Hat ja auch nur ein paar Jahre gedauert aber schlussendlich hat sich mein Traurig-Schauen ausgezahlt und der Göttergatte ist weich geworden. Steter Tropfen und so. Vor etwas über drei Wochen haben wir also eine Babykatze zu uns geholt. Der Name? Marie-Antoinette, what else? L’Autrichienne. Gut, für eingefleischte Antimonarchisten wie wir ist der Name vielleicht nicht ganz naheliegend, aber was soll’s. Schatten, ich spring drüber. Die Mütter waren natürlich dagegen. Was soll man mit so einem Flauscheteil denn auch machen. Umso merkwürdiger dann die ersten Reaktionen, als es tatsächlich so weit war. Meine Frau Mama macht sich Sorgen, dass die Nachbarn sie für verrückt halten, wenn sie dann die Katze rufen wird. Und die Frau Schwiegermama erkundigt sich inzwischen schon nach ihrer Enkelkatze. Crazy, those ladies!

Wobei ich bei mir leider auch ein ziemliches Potential entdeckt habe zur crazy cat-lady zu werden. Das Katzenfoto du jour, dass der GG erhält, muss aufhören. Allerdings, wenn ich keines schicke, fragt er wo’s bleibt. Angeblich fragt die Sekretärin, die uns die Mademoiselle vermittelt hat, danach. Sicher! Aber es gibt keine Facebook-Fotos und schon gar keinen eigenen Account für Mademoiselle. Und dass ich mit ihr Französisch spreche – vor allem wenn ich mit ihr schimpfe (“Arrete! Je ne suis pas un arbre!”) hat einzig und allein damit zu tun, dass es sich auf Französisch besser schimpft. Aber auch lobt. Ach, es klingt einfach besser.

Aber natürlich habe ich mich gut auf den Zuwachs vorbereitet. Ich habe ein Buch gelesen. Von einer Verhaltensmedizinerin. Schließlich möchte ich ja nicht, dass unsere Muz verhaltenskreativ wird. Oder unsere Möbel zerkratzt. Oder auf die Badezimmermatte piselt. Und es war wirklich spannend etwas für Katzenverhalten und -psyche zu erfahren. Und so sind wir also das Unterhaltungsprogramm für Mademoiselle. Wenn man dann auch überwunden hat, wie blöd man wirken muss, wenn man mit einem Stöckchen mit Schnur und Kluppen durch die Wohnung wieselt und den Vogel oder die Maus spielt, dann macht das eigentlich echt Spaß. Vor allem, wenn man die Katze dabei beobachtet. Lauern, anpirschen, attackieren, sprinten – ich find’s spannend. Der GG hält mich zwar teilweise für verhaltensoriginell, nichtsdestotrotz kommt er mit immer neuen Ideen, was wir basteln könnten und bespaßt MA von sich aus. Allerdings nutze ich seine Tool Time-Mentalität auch schamlos aus. Aber der Mann braucht einfach Aufgaben. Und wenn die mit einem Besuch im Baumarkt verbunden sind, ist er erstaunlich schnell überredet. Nach Expertinnenanleitung haben wir auch schon einen Baum gebaut, denn dieser kleine Fellball wirklich erstaunlich flink raufwuselt. Falls also jemand Tipps braucht…ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

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