Memento mori

Darf ich euch ein Geheimnis verraten? Der Geburtstag, den ich grad hinter mich gebracht habe, war der erste, der mir was ausgemacht hat. Der 30er war eigentlich nicht schlimm. Keine große Grenze oder so. Aber vier Jahre später. Pfft, frage nicht. Weil 34, das ist ja jetzt schon fast Mitte dreißig und das ist dann schon nicht mehr ganz so jung. Also schon eher Richtung alt. Bis sechs wird zwar abgerundet, das weiß ja jeder und das heißt, wenn man nur Anfang und Ende dreißig nimmt wäre ich noch immer Anfang. Aber wenn Anfang, Mitte und Ende, dann bin ich halt doch Mitte. Und Mitte ist halt nicht mehr weit bis zum Ende. Und dann kommt 40 und das möchte ich mir grade echt nicht vorstellen. Die Sache ist ja die, man glaubt ja immer, dass man eigentlich noch nicht so wirklich alt ist, sprich nicht so wirklich erwachsen sein muss. Aber wenn einem dann die eigenen Lebenszahlen so an den Kopf geklatscht werden, dann kommt man da nicht mehr aus, Dann muss man sich selber eingestehen: Ja, so jung und knackig bin ich nicht mehr. Und so schön langsam sollte ich echt wissen, was anfangen mit meinem Leben, in welche Richtung gehen. Also nicht, dass man bisher in keine Richtung gegangen ist, aber das war ja oft so ein bisserl unbewusst. Das hat sich halt so ergeben. Und das hat ja auch gut so gepasst. Aber sollte man nicht irgendwann einmal selber die Richtung vorgeben? Oder macht man sich da eh was vor und das Universum schickt einen lustig durch die Gegend und man sollte halt schauen, dass man angeschnallt ist, weil sonst kann es einen in einer besonders engen Kurve rauswerfen. Und dann wär’s halt aus und das wär weniger lustig. Oder dritte Möglichkeit. Man ist eh genau den Weg gegangen, den man wollte oder halt zum jeweiligen Zeitpunkt gedacht hat, es ist der richtige. Aber es ist halt angenehmer zu sagen: Ich war das nicht. Ich kann da gar nix dafür. So Sehnsucht nach Verantwortungslosigkeit. Aber im wahren Wortsinn. Also keine Verantwortung haben. Oder halt haben wollen. Alles easy-cheesy. Nix schwer, nix kompliziert. Immer nie schuld sein. Ach, was weiß denn ich. Ich kenn mich ja auch nicht aus. Aber vielleicht wird es Zeit dieses halbe-Gedanken-Wirrwarr, diese halbgaren Ideen, diese weichgezeichneten Tagträume zu schnappen. So richtig festzuhalten, vielleicht bei der Gurgel, dann wehren sie sich nicht so, und ihnen direkt in die Augen zu schauen, um herauszukriegen, ob sie wirklich was wert sind. Ob sie sich überhaupt lohnen.

So, jetzt bin ich aber noch nicht in meine HerbstWinterDepression abgetaucht. Keine Sorge. Und damit mein Geschreibsel erträglicher wird, ein paar nette Bilder. Denn wenn schon alt und runzlig werden, dann bitte in Paris. Hab ich mir vom Göttergatten gewünscht und der ist ja doch der Beste und hat mir diesen Wunsch erfüllt. Die Highlights? Die Katakomben – Memento mori an meinem Geburtstag sozusagen. Ach, Scherz! Aber lässig war’s schon. Auch wenn wir zwei Anstellanläufe brauchten. Beim ersten Mal eine Stunde gewartet und immer noch nicht einmal die halbe Anstehstrecke hinter uns gebracht. Deshalb aufgegeben, weil schöner Tag und was besseres zu tun als anstehen. Am Abend konnten wir nach einer Stunde dann tatsächlich eintrete. Am Sonntag dann Versailles. Also wir und 80 Prozent der chinesischen und koreanischen Bevölkerung. Glücklicherweise sind die ja klein und man kann über sie drüberschauen. Schloss ist ok, recht schönbrunnig. Die Gärten sind aber echt toll. Und das hameau de la reine war schon spannend. Das ist das Dorf, das sich die gute Marie-Antoinette bauen hat lassen, weil sie ja das bäuerliche Leben so geliebt hat. Hier auch schon die Fotos. Natürlich wieder mit ein paar der allseits beliebten Gegenlichtaufnahmen.

katakomben

catacombes

Jump

versailles1

versailles2

gegenlicht1

la reine

gegenlicht2

 

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