Bella Italia

Kinder, wie die Zeit verfliegt. Unser letzter Strasbourg-Monat beginnt heute und bevor jemand fragt: Ja, ich freu mich auf die Rückkehr. Und ja, ich bin traurig, dass ich Frankreich verlasse. Was gäbe ich manchmal für ein bisschen mehr Schwarz und Weiß im Leben. Diese Grauzonen sind nicht immer leicht fürs Gemüt. Nachdem ich aber den Beginn des Jahres damit verbracht habe, wehmütig zu sein, habe ich beschlossen, dass das ja so gar nix bringt. Das versaut mir ja die letzten Monate hier und von Genuss keine Rede. Es ist schon erstaunlich, wie man wirklich bewusst seine Laune ändern kann. Jetzt ist aber auch schon Schluss mit meiner westentaschenpsychologischen Pseudoselbstanalyse. Es gibt nämlich Schöneres zu berichten und herzuzeigen. Meine Reisefreude ist nämlich ungebrochen und so hat es mich im März nach Mailand verschlagen. Ist ja lächerliche sechs Zugstunden von hier und so hab ich endlich eine Freundin, die dort wohnt, besucht. Meine Lieben, ich kann die Stadt nur empfehlen. Sehr schön isses da. Halt sehr viele Kirchen. Also wirklich sehr viele. Wir haben jeden Tag drei bis vier angeschaut und haben an dem verlängerten Wochenende sicher nicht alle erwischt. Die beeindruckendste ist natürlich der Duomo, nach dem Petersdom die zweitgrößte Kirche der Welt und die größte gotische. Das hat mir zumindest der Reiseführer von 1999 verraten, der bei der lieben M.-S. herumgelegen ist. Wenn also inzwischen eine größere Kirche gebaut wurde, bitte diesen Fehler zu entschuldigen, Ich hab’s nicht nachkontrolliert. Und wenn man schwindelfrei ist, oder seine Höhenangst zumindest gut unter Kontrolle hat, so wie ich gerne von mir glaube, dann kann man da auch aufs Dach und hat einen wirklich ganz wunderbaren Blick auf die Stadt. Und natürlich gibt es hier das letzt Abendmahl von Da Vinci zu sehen. Nur nach vorhergehendem Ticketbestellen und nur für eine Viertelstunde.

Neben Kultur ist Mailand natürlich auch für die Shoppingmöglichkeiten bekannt. Ich für meinen Teil war aber brav und hab nur ein paar Schuhe gekauft. Aber da konnte ich nicht vorbei, die haben in der Auslage förmlich nach mir gerufen. Wer kann schon nein, zu wunderhübschen roten Schuhen sagen? Jetzt kann ich endlich nach Oz!

Und endlich, endlich, hab ich wieder wirklich gute Pizza gegessen. Das ist etwas, was ich hier im Land der Flammkuchen wirklich vermisst habe. Nicht einmal bei echten Italienern kriegt man in Strasbourg eine Pizza, die diesen Namen auch verdient. Und wie ich gelernt habe, gibt es einen Unterschied zwischen nord- und süditalienischer Pizza. Im Normalfall wird überall die neapolitanische oder halt südliche Version serviert. Also mit etwas mehr Kruste und so. In Milano aber ist die Pizza etwas anders. Weniger Kruste, der Teig einen Hauch anders. Aber auch ganz wunderbar. Natürlich mussten wir beider Versionen verkosten. Und ich könnte mich tatsächlich nicht entscheiden, welche besser war. Da müsste ich mich glatt noch einmal durchkosten.

Das Allerschönste an Mailand war aber, Zeit mit der lieben M.-S. zu verbringen. Wir kennen uns seit unserem Erasmus-Jahr in Madrid, was inzwischen 14 Jahre her ist. Hüstel. (Bin ich wirklich schon so alt?). Und wir schaffen es meist uns alle zwei Jahre zu sehen. Das letzte Mal 2014 in Madrid eben. Und jetzt muss ich kurz nostalgisch werden: Ich finde es so ganz großartig, dass man manche Menschen oft Jahre nicht sieht, vielleicht nur ein paar Mails schreibt oder SMS, das aber überhaupt nichts macht, weil wenn man sich sieht ist da wieder diese Vertrautheit und man kann wieder über alles quatschen, so wie früher, als man sich ständig gesehen hat. Nahtloser Übergang sozusagen. Und ich habe das große Glück ein paar solcher Menschen in meinem Leben zu haben. Das ist wirklich unglaublich schön.

Duomo

Duomo2

 

Bogen

 

Arco della pace

 

Balkon

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