Vom Suchen (und Finden?)

Jetzt ist es also passiert. Eineinhalb Jahre sind um. Au revoir, la France. Servus, Österreich. Nein, ich werde mich jetzt nicht darüber auslassen, wie schnell doch die Zeit vergangen ist. (Auch wenn sie wirklich schnell vergangen ist.) Dafür hab ich jetzt nämlich keine Zeit. (Ihr seht, was ich hier gemacht habe? Spielende Wortwiederholungen. Wiederholendes Wortspiel.) Ich muss mich jetzt nämlich wieder vermehrt auf meine Karriere konzentrieren. Das lockere Leben ist vorbei. Jetzt muss wieder mehr Geld verdient werden. Wie genau das passieren soll, weiß ich zwar noch nicht, aber das ist ja kein Grund zu verzweifeln. Ich steh einfach vor dem Problem, das alle haben, die aus einer langen Beziehung kommen: Wie genau funktioniert das noch schnell, mit den Verabredungen, die jetzt Dates heißen? Wie bin ich möglichst schnell wieder kein Single?

Ich muss jetzt also Menschen finden, die mich anheuern, um für sie zu schreiben. So, jetzt wird wahrscheinlich kaum jemand einfach so an meiner Haustür läuten und mich mit Arbeit versorgen. Auch wenn ich einen großen Pfeil mit “Für Schreiberlingin hier klingeln” neben die Türglocke hänge. Vielmehr obliegt es mir, an Türen zu klingeln, Klinken zu putzen, auf Knien zu rutschen (aber letzteres wirklich nur im Notfall. Ich habe noch meine Würde.) Ich muss also präsent, sichtbar, auffällig, erreichbar, lästig sein. I have to put myself out there. Und im digitalen Zeitalter heißt das auch seine Social-Media-Profile aufzumotzen. Ich bin ja wirklich ganz schlecht in sowas. Ich kann mich immer kurz begeistern und dann schau ich Monate nicht rein. Außer Instagram. Aber da sind so hübsche Bilder. Jetzt sitze ich, eine der schlechtesten Netzwerkerinnen unter der Sonne, da und lege Profile auf Journalistenplattformen an, bringe bestehende Arbeitsplattforms-Profile auf den neuesten Stand und ergänze, was noch zu ergänzen ist. Und bemerke, dass ich ganz dringend neue Profilfotos brauche. Dieses halbirre Grinsen ist wahrscheinlich wenig hilfreich. Die persönliche Kurzbeschreibung heb ich mir für einen ganz besonders kreativen Moment auf. Und die Zeile für inspirierende Zitate, Lebensmotto wohl besser auch. Sonst steht da “Will write for food”. Wobei das am ehrlichsten wäre.

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