Willkommen auf der langen Bank

Es ist schon erstaunlich, was man alles tun kann, bevor man etwas tut. Oder anders gesagt: Welche Aufgaben einem einfallen können, nur um von der eigentlichen abzulenken. Mir war bisher schon bewusst, dass das weite Feld der Prokrastination von mir mit Hingebung beackert wird, aber diesmal, das gebe ich zu, hab ich mich selbst übertroffen. Wobei, um mich jetzt selbst in Schutz zu nehmen: Ein gutes Umfeld, ein sauberes, ein ordentliches ist für mich essentiell zum Arbeiten. Nachdem ich nach der Rückkehr aus der Grande Nation in den Feng-Shui-Declutter-Modus geschaltet habe – was mir einen relativ leeren Kleider- und Schuhschrank beschert sowie die Kramurilade ausgelöscht hat, ging es an die Gestaltung des Wohnraums. Küche und Vorzimmer wurden neu ausgemalt, das Büro umgestaltet. Nachdem der Göttergatte nun ein nicht ganz scherzhaftes Verbot bezüglich einer Neubepinselung des Schlafzimmers (das Wohnzimmer wurde vor zwei Jahren erst neu ausgemalt) ausgesprochen hat, hab ich nun tatsächlich das Ende der langen Bank erreicht. Fühlt sich eigentlich ganz gut an. Also bis auf ein schönes Maß an Versagensängsten, die sich gerne unvermutet und von hinten an einen ranschleichen. Oder Selbstzweifel, die sowohl getrennt als auch in Begleitung der VÄ erscheinen. Jetzt wäre es für mein Seelenheil natürlich mäßig förderlich, diese alle ungebremst zuzulassen. Hilft ja auch nicht beim selbstbewussten Auftritt. Die Lösung? Na wie immer: Selbstmitleid in Dosen und sich dann anschließend wieder in den Hintern treten und weitermachen. Klappt bisher ganz gut. Und weil’s so schön ist, die Hymne für alle ProkastinatorInnen da draußen.

Les Miserables 25th Anniversary concert-One day more from Y on Vimeo.

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