On the road

By Dirk Vorderstraße - Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31871881

Der Sommer ist nach einem wirklich herrlichen Wochenende jetzt wohl so richtig vorbei und auch diese Saison hat Paula Polo einige Kilometer abgespult. Die Destinationen waren diesmal zugegebenermaßen nicht so originiell. Eigentlich ging es nur zwischen Wien und Kärnten hin und her, aber das läppert sich ja auch zusammen. Wenn man also recht häufig die gleiche Strecke fährt, weiß man nicht nur, welche Abschnitte einen aufgrund von Baustellen in den Wahnsinn treiben – bin ich die einzige, die Asfinag-Mitarbeiter mit diesen dämlichen Smiley-Hütchen-Schildern verprügeln möchte? – sondern auch die besten Stellen für Klo- und Erfrischungspausen. Und taucht dabei in interessante Paralellwelten ein. Wenn man die S6 nimmt und also über den Semmering fährt und weiter Richtung Obdacher Sattel, liegt die wunderbare M-Rast recht genau in der Mitte, also bei Zeltweg. Hierbei handelt es sich um eine Tankstelle/Restaurant, das sowas wie der fortgehtechnische und kulinarische Hotspot der Gegend sein dürfte. Denn es ist dort immer gerammelt voll. Und das mit Einheimischen, wie die Nummernschilder immer verraten. Mich persönlich fasziniert so etwas ja. Möglicherweise, weil ich nie auf die Idee kommen würde, einfach so zur nächstegelegenen Raststation zum Mittag- oder Abendessen zu fahren. Aber es dürfte weiterverbreitet sein, als ich bisher angenommen habe. Bei einem Interviewtermin auf der Raststation bei Stockerau habe ich festgestellt, dass ungefähr 90 Prozent, der Menschen, die dort zum Essen hingehen, aus der Gegend kommen. Jetzt habe ich natürlich das Gefühl, mir entgeht etwas. Ist das ein neuer Trend und ich habe schon wieder nichts mitgekriegt? Macht man das jetzt? Wenn ich jetzt auf diesen Zug aufspringe, wirke ich dann wie eine armselige Nachahmerin oder ist es gerade noch rechtzeitig? Für Durchreisende bietet die M-Rast übrigens eine gutsortierte Haribo/Lachgummi-Abteilung sowie einen wirklich vorzüglichen Käseleberkäse.

Auf der A2 hat man natürlich eine größere Auswahl an Rastmöglichkeiten. Wer sich aber sich aber wie ich über Raststätten mit kostenpflichtigen WC-Anlagen ärgert und wirklich nicht noch einen 50 Cent-Gutschein ansammeln möchte (vom letzten Jahr habe ich noch einen Stapel an Gutscheinen von deutschen Autobahnen, die mir zusammengezählt wohl eine halbe Tankladung finanzieren würden), wem es auch weder um Benzin- noch Nahrungsaufnahme geht, dem seien die Asfinag-Rastplätze empfohlen. Als Zusatzleistung bekommt man, zumindest wenn man nächtens dort anhaltet, einen spannenden Einblick in das Leben von LKW-Fahrern und die, sagen wir, Auto-Reisetechniken von Menschen aus Osteuropa. Diese beinhalten nicht nur, das Auto bis auf den letzten Kubikzentimeter vollzustopfen (eine Technik, die ich persönlich dieses Frühjahr bei der Übersiedelung aus Frankreich perfektionieren konnte) und Nahrung für fünf Personen für eine Woche mitzuführen, sondern auch die Fähigkeit binnen kürzester Zeit ein Zelt an der WC-Anlagen-Mauer aufzubauen sowie Wäsche in den WC-Waschbecken zu reinigen und anschließend an den Händetrocknern zu trocknen. Beim dritten Mal hat mich der Anblick die jeweiligen rumänischen/bulgarischen Dame, die die Schießer-Feinripp-Hoserln ihres Gatten unterm Dyson getrocknet hat, gar nicht mehr überrascht. Jedenfalls gäbe das eine ganz wunderbare Alltagsgeschichte ab, liebe Frau Spira.

Last Modified on September 5, 2016
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