Von Yoda-Krampussen und George Michael

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Der Göttergatte dürfte diesen Advent eine Mission haben. Meine Ent-Grinchung. Das vergangene Wochenende hat er damit verbracht, mich mit Weihnachtmusik zu beschallen. Aber nur die, von der er weiß, dass sich mir dabei nicht die Zehennägel aufrollen und die Nackenhaare aufstellen. Er hat beim Schmücken unserer Weihnachtsbirke das dicke Hippo mit Turmfrisur, das ihn beim Kauf nicht so richtig überzeugt hat, widerstandslos aufhängen lassen. In meiner kindlichen Freude über den Baumbehang hat er wohl ein leichtes Auftauen gegenüber Weihnachten im Allgemeinen gesehen. (Für alle, die sich fragen, warum man denn als Nicht-Weihnachtsliebhaberin einen Baum schmückt: Erstens: Es gibt so großartigen Schmuck und ich mag unsere Tradition jedes Jahr ein absurdes Stück zur Sammlung hinzuzufügen. Zweitens: Wenn schon Baum, dann während der Adventzeit. Für einen Abend zahlt sich das ja überhaupt nicht aus. Drittens: Eine Birke ist ideal, weil sie nicht nadelt und trotzdem schön ausschaut. Auch unterm Jahr.) Er hat sogar die Idee Planter’s Punch als Aperitiv beim Weihnachtsessen zu servieren (falls das Essen tatsächlich Colombo de Poulet wird) einigermaßen wohlwollend aufgenommen, vor allem nachdem er erkannt hat, dass das einen frühzeitigen erhöhten (aber nicht überhöhten)  Alkoholspiegel bei den Eltern verursachen würde, der sehr zum Weihnachtsfrieden beitragen kann. Wenn richtig dosiert.

Um meine Beteiligung an Weihnachtsabendaktivitäten zu erhöhen – im Normalfall beschränke ich mich aufs Lesen der Weihnachtsgeschichte. GGs Familie scheint der festen Überzeugung zu sein, dass weil ich Literatur studiert habe, ich gut vorlesen kann. Wer übrigens für einen Schreckensmoment unter der katholischen Anverwandtschaft sorgen will, kann einmal beiläufig erwähnen, dass sich natürlich irgendwo in diesem Haushalt eine Bibel befindet. Eine luthrische nämlich, noch von der sehr protestantischen Großmutter väterlicherseits. Sehr alt, wunderschön. Wir können gerne die nehmen. –  hat der GG vorgeschlagen doch gemeinsam Weihnachtslieder zu spielen. Die Vorteile seien für mich enorm. Ich müsste nicht singen. Je nach aktuellem Passiv-Aggresivitäts-Level spiele ich zumindest Lip-Sync oder sitze mild lächelnd oder anteilnahmslos vor mich hinstarrend dabei, während die anderen singen. Und wir könnten auch modernere Lieder spielen. Jetzt sitze ich also da und übe Feliz Navidad und Last Christmas und verfluche George Michael, der ein relativ einfache Lied zähltechnisch wirklich kompliziert gestaltet hat.

Zudem habe ich mich zum allerersten Mal an Germteig-Krampussen versucht. Wenn man am Sonntag eh um halb acht wach wird, kann man ja gleich was für die Mädels beim Gilmore-Girls Marathon backen. Sie schmecken ja ganz gut. Vom Aussehen her erinnern sie allerdings eher an Meister Yodas für Schenkelfixierte. Ich fürchte, der GG hat noch einen weiten Weg vor sich, bei der Ent-Grinchung.

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