Ein Jahr später…

Natürlich wäre es gut gewesen, dieses Post schon vor einem Monat zu schreiben. So wie es von mit geplant war. Naja. Dann halt jetzt. Vor gut einem Jahr ist also dieser kleine Mensch in mein Leben getreten und hat eben dieses in wunderbarer Weise auf den Kopf gestellt. Ein paar Dinge, die ich in den vergangenen 12,13 Monaten gelernt habe:

  • Kinderwagenschiebende Frauen schauen meistens aus, als ob man ihnen die Butter vom Brot gfladert hätte. Seit ich diese Beobachtung gemacht habe, schiebe ich das Wagerl prinzipiell mit einem sanften Lächeln auf den Lippen durch die Gegend. Allerdings fürchte ich, dass ich dadurch nicht glücklich entspannt wirke, sondern mich im Graubreich zwischen debil und Axtmörderin befinde. Naja, besser als grantig.
  • Kinder- und Katzenspielzeug sind sich sehr ähnlich und in weiterer Folge austauschbar. Als Grundregel kann man sagen, dass für die eine gerade das interessant ist, was die andere hat.
  • Bei jedem neuen Entwicklungsschritt des Nachwuchses freut man sich zunächst sehr, um dann in leichte Panik zu verfallen. Beispiel: Sie kann sich umdrehen! Mist, jetzt kann ich sie nicht mehr am Sofa liegen lassen, während ich duschen gehe. Oder: Sie kann gehen! Mist, sie versteht das Wort “Stopp” noch nicht.
  • Porridge eigent sich hervorragend als Haarfestiger.
  • Andere Eltern sind seltsam. Andere Kinder verwöhnte Bälger. Ausnahmen bestätigen die Regel.
  • Ich sitze nicht sehr viel oder oft. Für unterwegs eignen sich hier zur Unterhaltung Podcasts. Und um den Servicegedanken dieses Blogs gerecht zu werden, hier ein paar Empfehlungen. Ideal zum Kinderwagenschieben, Autofahren, Laufen etc.pp. (alle sind auch über ITunes verfügbar).

Die Literaturagenten: Mein Einstieg in die Podcast-Welt. Allwöchentlich werden hier die aktuellen Neuerscheinungen präsentiert. Kurzweilig, interessant, nicht hochgestochen.

Eine Stunde History: Gut verständlich aufbereite Beiträge zu verschiedensten Geschichtsthemen.

Serial: Die erste Staffel. Da war ich wirklich hooked. Ich bin sogar extra länger spazieren gegangen, nur um noch eine Folge zu hören. Ich hätte nicht gedacht, dass mich True Crime so kriegt. Adnan Syed soll seine Exfreundin Hae Min Lee ermordet haben und sitzt dafür im Gefängnis. Er sagt nach wie vor, er war es nicht. Journalistin Sarah Koenig rollt den Fall wieder auf. Unglaublich spannend. Pluspunkt dafür, dass sie sich nie auf eine Seite schlägt. Die zweite Staffel hab ich dann nicht mehr gehört. Da geht es um einen Soldaten, der fünf Jahre bei den Taliban in Gefangeschaft war und dann wegen Desertieren angeklagt wurde. Hat mich nicht so gefesselt.

Here’s the Thing: Alec Baldwin interviewt Kolleginnen und Kollegen und andere Leute, die er spannend findet. Erstaunlich gut. Baldwin hat eine herrliche Stimme und kann tatsächlich gute Gespräche anleiten. Allerdings finde ich die Folgen, in denen er mit ungefähr gleichalten Männern spricht eher furchtbar. Da driften sie meist zu sehr in irgendwelche Anekdoten oder Erinnerungen ab, die ich weder lustig noch interessant finde, wenn ich denn verstehe, wovon sie reden.

In our Time: Endlich auf was Britisches. Melvyn Bragg (what a name!) lädt sich immer drei ExpertInnen zu einem Thema ein und die plaudern dann. Die Themen reichen von Cicero über Moby Dick bis hin zu Pilzen und Kant’s Kategorischen Imperativ. Was zum Lernen.

Pardon my French: Fotografin, Grafikerin und Bloggerin Garance Doré interviewt Leute, die sie interessant findet. Anfangs war auch hin und wieder was in Französisch dabei, weshalb ich da auch hängen geblieben bin. Unterhaltsam und gut gemacht. Bei der Kategorie “Pocket Pardon my French” bin ich recht zwiegespalten. Da plaudert sie mit Freundinnen über ein Thema. Einerseits sind sie manchmal echt unterhaltsam, mir andererseits oft zu amerikanisch (GD ist in die USA ausgewandert). Beim Thema “Wedding Planning” bin ich zwischen Lachen, Augenrollen und Schnauben gependelt.

Das kleine Fernsehballett: Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier reden übers Fernsehen. Und machen das sehr gut. Niemand seufzt schnaubend oder schnaubt seufzend so schön wie SN. Und mit SK ergänzt er sich wunderbar. Vielleicht ist es auch eine Art Ersatzbefriedigung, weil ich einfach nicht so viel zum Fernsehen komme. Aber wenn, dann hab ich eine lange Liste, die ich sehen will. Und einstweilen lasse ich mich podcasttechnisch unterhalten.

My Dad wrote a Porno: Der Titel ist Programm. Jamie Mortons Vater hat einen erotischen Roman geschrieben. Belinda blinked. Und nun liest er jeder Woche ein Kapitel zwei seiner Freunde vor. Und die drei besprechen auch gleich das Geschriebene. Das Buch ist unsagbar schlecht, der Podcast unglaublich lustig. Laut-auflach-egal-wo-man-ist-lustig. Schiefe Blicke sind garantiert. Sie sind es wert.

Gnadenlos

Sport und Humor gehen nicht zusammen. Richtig? Falsch. Wer sich davon überzeugen will, dass auch Hobby-Sportler lustig sein können, der lese nach bei Achim Achilles. Yours truly ist fast zufällig darüber gestolpert. Sprich ich hab mir ein Rezensionsexemplar bestellt. Und gestern hab ich da kurz reingelesen und zwar in das Kapitel “Frauenlauf”. Wenn man nicht dabei war, glaubt man vielleicht, das ist übertrieben. Aber er zeichnet schon recht gut die Realität nach. Jedenfalls hat der Gute eine wöchentliche Kolumne auf Spiegel online und hat nun schon sein ich glaube drittes Sammelbuch herausgegeben. Titel: Keine Gnade für die Wade. Und für Freunde des schlechten Wortwitzes: Die Kolumne heißt Achilles’ Verse. Zugegeben, die Texte sind jetzt nicht für alle. Wer sich noch nie die Laufschuhe angezogen hat, wird das alles möglicherweise nur mäßig lustig finden. Oder auch nicht. Einfach einmal reinlesen. Ich jedenfalls neige bei der Lektüre zum Tränenlachen. Und mit folgendem Satz entlasse ich euch in den Donnerstag Nachmittag: Wenn es einfach wäre, würde es Fußball heißen.

Pausenlektüre

So, hier sollte jetzt ein ganz tolles ich-war-in-den-Hohen-Tauern-Post kommen. Aber ohne Fotos is das ja nix. Und ich bin noch nicht dazugekommen, mir die alle durchzuschauen und einige fehlen auch noch, die ich dringend brauchen würde.

Na jedenfalls ist es heute einfach zu heiß, zum Schlauschreiben. Und das sage ich, die ich es echt gern warm mag. Aber irgendwann wird man ja ganz gaga im Kopf, nehm an, weil ab einer gewissen Temperatur das Eiweiß stockt. Dann geht da nix mehr. Na jedenfalls hab ich die Geistesarbeit für heute abgeschlossen und bin bei leichten Tätigkeiten wie Mails anschaun und Fotos runterladen. Und nachdem ich grade versehentlich meine Kopfhörer in mein Wasserglas getaucht habe, werde ich auch davon absehen schwere Maschinen zu bedienen. Oder mich in die Nähe eine Steckdose zu begeben. Aber warum ich eigentlich schreibe: Jeder hat ja so seine Morgenlektüre, und bei meiner bin ich heute über einen wirklich grandiosen Artikel im Guardian gestolpert. Keine Sorge, nichts Anspruchsvolles oder Anstrengendes. Einfach nur heiter. Und darf ich an dieser Stelle anmerken, dass mir der Satz “who I am to say otherwise? Well, I am me and I say otherwise.” lebensbetrachtungstechnisch schon sehr nahe liegt. Also bitte, hinklicken.

Kurzlektüre

Ich glaub, ich hab das an dieser Stelle noch nie erwähnt. Aber ich finde Zeit-Kolumnisten Harald Martenstein einfach großartig. Er hat genau die richtige Portion Zynismus und Bösartigkeit. Und natürlich bin ich neidisch, weil er irgendwie genau das macht, was ich wahrscheinlich irgendwie gern machen würde.

Also wer einmal was Gutes lesen mag – viel Spaß damit. Gut, manchmal schwächelt er schon. Aber meistens ist es echt sehr fein. Die letzte Kolumne in der Literaturbeilage war wieder so ein Beispiel. Ging um Shades of Grey (Hatte von Anfang an ein Deja-vuiges Gefühl. Kein Wunder. Der gute Jasper Fforde hat zuerst Shades of Grey geschrieben. Ganz ohne Sado-Maso dafür aber qualitativ hochwertiger.). Na jedenfalls hab ich die nicht online gefunden. Dafür gibt’s hier eine wunderprächtige. Für den Rest einfach weiterklicken.

Echte Freunde oder nur geaddet

Diesmal etwas weniger Lustig-Fluffiges. Etwas zum kurz Nachdenken. Zoe Williams vom Guardian fragt sich und uns, wie viele echte Freunde wir haben. In Zeiten von Facebook und Co. scheint man ja bald einmal hunderte “Freunde” zusammenzubekommen. So nach dem Motto the more, the merrier. Aber wie nahe steht man diesen Personen wirklich? Würden die alles für einen stehen und liegen lassen, wenn man sie braucht? Und umgekehrt: Würden wir uns drum scheren, wenn sie eine Schulter zum Ausweinen brauchen? Also mehr als die virtuelle Schulter auf so bewegende Meldungen wie: “XY mag diesen Tag nicht. Hat sich in der Früh die Zunge mit zu heißem Kaffee verbrannt.” Wer sind unsere echten Freunde. Und wie viele haben wir wirklich. Bitte hinklicken.

Zu wenig Verfolgungsjagden mit Ryan Gosling

Ein guter Morgen beginnt mit einem guten Artikel. Oder so. Jedenfalls bin ich bei meiner Morgenlektüre grad über unten anklickbaren Text im britischen Guardian gestolpert. Eine Dame hat die Filmfirma vom Ryan Gosling Film “Drive” verklagt, weil darin zu wenig gefahren wird. Der Trailer suggeriere, es wäre ein Film a la “The Fast and the Furious”, isses dann aber nicht. Guardian-Redakteurin Hadley Freeman macht sich da ihre eigenen Gedanken drüber. Bitte hinklicken.

Auch spannend

Im Internet kann man sich ja ganz wunderbar verlieren. Oft ist nix wirklich G’scheites dabei, aber manchmal stoßt man halt schon auf nicht uninteressante Seiten. Die eine, auf die ich kürzlich gekommen bin (ich hab wirklich keine Ahnung mehr wie) ist goodreads.com. Eine Seite für Leser von Lesern. Also Leser bewerten Bücher, empfehlen sie oder auch nicht – gibt nette Sternderl dafür. Man kann sich anmelden und selbst To-Read-Listen erstellen, beurteilen usw., usf., muss aber nicht. Is halt in Englisch. Aber das ist ja kein Problem.

Der andre Link ist mehr was zum Anschaun, für die modisch Interessierten unter uns. Le petit pierrot ist ein Fashion-Blog, hat aber auch ganz nützliche Links für in Wien-Lebende. Is halt amal was Hübsches für Zwischendurch. Und: Bin drauf gekommen, weil die liebe L. einmal mit der Bloggerin zusammengearbeitet hat. Hm.

Also, wie immer: Bitte hinklicken.

Und wie schreibst du?

Huch, ich bin ganz aufgeregt. Hab’ grade bei der lieben Andrea einen wirklich ganz tollen Test gefunden. Also eigentlich den Link zum Test bei der FAZ. Da kann man nämlich eine Textprobe von sich eingeben und flugs weiß man, wie welcher Schrifsteller man schreibt. Voll toll.

Und weil ich grad meine empirischen fünf Minuten hatte, hab ich den Test gleich fünfmal gemacht. Mit unterschiedlichen Textproben, eh klar. Das Ergebnis: einmal Charlotte Roche, einmal Peter Handke, einmal Franz Kafka, zweimal Melinda Nadj Abonji. (Zugegeben, die letzte musste ich googeln. Ist eine ungarisch-schweizerische Autorin, die im ehemaligen Jugoslawien geboren wurde. Hm. Jedenfalls hat sie schon ganz viele Preise gekriegt. Unter anderem den Deutschen und Schweizer Buchpreis im letzten Jahr.)

Was das jetzt heißt? Wohl, dass ich keinen wirklichen Stil hab. Aber wenn ich schon schwanke, dann wenigstens zwischen teils echt großen Namen;)

Melinda Nadj Abonji