Sprechende Namen II

Es gibt einfach Personen, die den für sie perfekten Namen haben. Bin gerade draufgekommen, dass der Gestalter des Villacher Alpengartens und einer der anfänglichen Leiter, der auch den Alpengartenführer herausgegeben hat und sich mit Standardwerken wie “Die Vegetation den Wollaniggebietes bei Villach” in die biologischen Annalen eingeschrieben hat, dieser Mann, heißt doch tatsächlich Helmut Hecke. Made my day.

How not to…

Ich bin mir ja nicht zu schade, die Erlebnisse anderer mittels des Elfenbeinturms weiterzuverbreiten. Wenn sich niemand explizit dagegen ausspricht, gehe ich von einem stillen Einverständnis aus. Und um etwaige Plagiate zu vermeiden und in der Folge den Bloggerinnen-Titel aberkannt zu bekommen, kennzeichne ich Zitate, Paraphrasen etc immer schön deutlich und gut erkennbar. Also, folgende Geschichte wurde mir soeben vom lieben W. zugetragen:

Der verbringt seine Zeit momentan ja in den unterschiedlichsten Uni-Bibliotheken. Weil angeblich lernt es sich dort besser als im trauten Heim. Ja eh. Aber wenn er zaus wäre, könnte er nebenbei Wäsche waschen. Na jedenfalls saß er über die Bücher gebeugt neben einem Nachwuchs-Perlhuhn (Wer genau den Begriff als erstes verwendet hat, kann ich nicht mehr ergründen. Ich war’s nicht, weil bei uns auf der Germa oder gar der Vergleichenden gab es diese Spezies nicht. Gemeint sind diese frühkonservativen Hasis mit Perlohrsteckern, meist ergänzt durch Perlenketten. Burberry-Schal und Tods-Schuhis gehören auch zur Grundausstattung.), irgendwas Medizinisches lernend und einem unschnuckigen Medizinstudenten. Und wie versucht der die Gute anzugraben? Indem er sie um Literaturtipps zum Thema X fragte. Sie: “Da kann ich nicht helfen. Ich weiß nicht, worum’s da geht.” Er: “Um Stuhlformen.” Und nein, meine Damen und Herren, damit sind nicht Sitzgelegenheiten gemeint. Um mit einem – eindeutig gekennzeichneten – Zitat zu enden: W.: “Soviel zum Thema ‘Wie werde ich sie los in 10 Sekunden.”

Sprechende Namen

Ah, es ist so schön, wenn das Leben lustig ist. Ganz besonders, wenn einem etwas Heiterkeit beschert, von dem man es am wenigsten erwartet hätte. Ein naturwissenschaftlicher Artikel zum Beispiel. Es geht um Raben und wie schlau die nicht sind. Und jetzt kommt’s. Der interviewte Ornithologe heißt Christoph Vogel. Wie geil ist das denn? Also mein Tag ist gerettet.

Wenn’s einmal wieder länger dauert

Es gibt kaum etwas Frustrierenderes als herumzusitzen und darauf zu warten, dass jemand anders seine Arbeit erledigt, sodass man selber wiederum seine fertig machen kann. Das gehört zu meinem montäglichen Alltag. Ich weiß wovon ich spreche. Nur diesmal ist nicht das Layout Schuld. Also eigentlich schon. Aber die können grad nix dafür, weil das Indesign Probleme macht. Was weiß ich. Das Resultat ist jedenafalls: Ich sitze da und warte aufs Layout meiner letzten Seite. Alle Emails sind abgearbeitet. Themensuche fürs neue Heft abgeschlossen. Und die Lust, mein Büro aufzuräumen ist gerade nicht so groß. Ha, ich habe also doch keine so ausgeprägten Zwangsneurosen, wie jemand mir gerne glauben machen möchte. Na jedenfalls, eine Möglichkeit die Zeit zu verbringen sind z.B. The Lizzie Bennet Diaries. Auntie Janes Geschichte in der Gegenwart, auf Youtube, in drei Minuten-Folgen. Kurz und knapp und lustig. Bitte anschaun.

 

 

::

Missverständlich

Vielleicht liegt’s am Parkemed, dass ich mir seit drei Tagen einwerfen muss (Wurzelspitzenresektion. It’s not pretty.), aber ich hab mich heute köstlich über eine Schlagzeile in einem eher boulevardesken Blatt mit ausgeprägter horror vacui (laut L. und sie muss es ja wissen.) amüsiert. “Salzstreuer rutschte aus” hieß es da. Und weiter: “100 Meter abgestürzt”. Ich gebe zu, ich war verwirrt. Mit einem Blick auf meinen Salzstreuer kamen mir Bilder von unsicher auf Eisplatten dahinsiefelnden Salzstreuern. Die aus Glas trifft es besonders hart. Der kleinste Aufprall kann sie zerstören. Erst der Text hat mir offenbart, dass es sich um einen Menschen, der mit einem Streufahrzeug unterwegs war, handelt. Aha. Trotzdem, ein Salzstreuer ist das, zumindest in meiner Welt, nicht.

Mama said share

Nein, eigentlich nicht. Ich bin die Jüngste. Also mehr so Richtung totales Nesthäkchen. Neun Jahre auf die große Schwester. Vierzehn auf den großen Bruder. Meine Spielsachen waren meine Spielsachen. Und andere Kinder damals hab ich glaub ich sowieso mit meinen Sachen spielen lassen. Freiwillig. Ihr seht also, ich teile gerne. Vor allem mich mit. Hence le blog. Und da kann ich euch meinen Verschreiber des Tages nicht vorenthalten. Also bitte, hier ist er. Tadaa! “Der Erlös der Veranstaltung kommt wohltätigen Zecken zugute.”

NKOTB leben

Hmm, wissen die Hipster, dass sie ausschauen wie Marky Mark & Co? Boyband und Alternativ-Sein – geht das zamm?

::


::

Auszeichnungswürdig

Ah, was wär ein Tag, an dem man nicht gelacht hat? Verschwendet. Eh klar. Natürlich isses manchmal nicht so leicht, etwas zum Lachen zu finden. Besonders in der kalten Jahreszeit. Die zugegebener Maßen zur Zeit gar noch nicht so kalt ist. Nachdem ich gestern mehr so hysterisch lachen musste (Wer sich fragt warum, lese hier nach), habe ich es heute bis zum frühen Abend nur zu mildem Kichern gebracht. Aber glücklicherweise kam die Rettung. Und zwar in Form der Bad Sex in Fiction Awards. Was das ist? Also die britische Literary Review vergibt jedes Jahr Preise für die schlechteste Sexszene in einem Buch. Erotika und ähnliches sind ausgenommen, weshalb dieses unsägliche 50 Shades auch nicht nominiert werden konnte (Nachdem ich irgendwo den Ausschnitt mit dem Tampon-Rausreißen gelesen hatte, hab ich beschlossen, dass ich ja wirklich nicht alles lesen muss. Und was so toll an Hausfrauen-SM sein soll versteh ich auch nicht). Aber fürchtet euch nicht, es gibt genug, also wirklich genug Werke, die auch einen unglaublichen Sexszenen-Schwachsinn beinhalten. Die Shortlist ist jetzt bekanntgegeben worden. Der Sieger wird am 4. Dezember gekürt.

Und weil es ja echt fies wäre, euch jetzt nicht mit ein paar Textbeispielen zu versorgen und ich weiß wie gierig ihr darauf wartet, hier die Beispiele.

Wer will kann der Literary Review auch auf Twitter folgen. Da gibt’s auch Snippets. Meine Quellen sind allerdings diese hier und hier.

 

Rare Earth by Paul Mason: “She breathed hot into his neck and he plunged three rough fingers down the front of her jeans, making her squeak. She had never tried wu-wei in this situation before and Khünbish, hairy and slightly paunchy, she noticed now that he had his shirt off, was generating slightly more karmic energy than she had anticipated.”

Noughties by Ben Masters: “We got up from the chair and she led me to her elfin grot, getting amongst the pillows and cool sheets. We trawled each other’s bodies for every inch of history. I dug after what I had always imagined and came up with even more. She stroked my outlines in perfect synchrony until I was febrile in her hands, willingly guided elsewhere.”

Infrared by Nancy Huston: “He runs his tongue and lips over my breasts, the back of my neck, my toes, my stomach, the countless treasures between my legs, oh the sheer ecstasy of lips and tongues on genitals, either simultaneously or in alternation, never will I tire of that silvery fluidity, my sex swimming in joy like a fish in water…”

The Adventuress: The Irresistible Rise of Miss Cath Fox by Nicholas Coleridge: “In seconds the duke had lowered his trousers and boxers and positioned himself across a leather steamer trunk, emblazoned with the royal arms of Hohenzollern Castle. ‘Give me no quarter,’ he commanded. ‘Lay it on with all your might.’”

Back to Blood by Tom Wolfe: “Now his big generative jockey was inside her pelvic saddle, riding, riding, riding, and she was eagerly swallowing it swallowing it swallowing it with the saddle’s own lips and maw — all this without a word.”

The Yips by Nicola Barker: “She smells of almonds, like a plump Bakewell pudding; and he is the spoon, the whipped cream, the helpless dollop of warm custard. She steams. He applauds, his tongue hanging out (like a bloodhound espying a raw chop in a cartoon).”

The Divine Comedy by Craig Raine: “And he came. Like a wubbering springboard. His ejaculate jumped the length of her arm. Eight diminishing gouts. The first too high for her to lick. Right on the shoulder.”

The Quiddity of Wilf Self by Sam Mills: “Down, down, on to the eschatological bed. Pages chafed me; my blood wept onto them. My cheek nestled against the scratch of paper. My cock was barely a ghost, but I did not suffer panic.”

Zur Erfrischung an heißen Sommertagen

Hach, der Sommer hält immer was Lustiges bereit. Gerade bin ich über eine Werbung für eine Outdoordusche gestolpert. Warum das die Welt braucht? Keine Ahnung. Weil’s im Sommer heiß ist. Jedenfalls sieht man zuerst einen Anzugträger, verschmitzt lächelnd und sich das Hemd aufknöpfen. “Zu heiß?”, fragt die Werbung. Als Antwort steht der Typ in Badehose auf seiner Dachterasse auf einer runden, weißen Plattform aus der Wasser schießt. “Zur Abkühlung rauf auf die Dusche!” Ernsthaft? Also so wirklich? Auf der Webseite der Firma sieht man dann nicht nur den Muskelmann, wie er sich entspannt auf seiner Terrasse erfrischt. Nein, natürlich muss auch ein Bikini-Haserl her. Und weil nicht alle Erfrischungssuchenden in schicken Dachterrassen-Wohnungen im urbanen Raum wohnen können, darf die Gute sich im etwas ländlicheren Umfeld vom – ich gehe einfach einmal davon aus – kühlen Nass erquicken lassen. Das Ganze ist so ländlich, dass die im Wald steht. Ja, im Wald. Wo’s bekanntermaßen Wasseranschlussmöglichkeiten ohne Ende gibt. Aber es ist halt ein pittoreskes Motiv. Da haben Wahrheitstreue, Wahrscheinlichkeit oder technische Möglichkeiten echt keinen Meter.

Dies weiße Scheibe wird allein durch den Anschluss eines hundsordinären Gartenschlauchs zur Outdoor-Wellness-Oase. Das Video dazu – gut erkennbar durch das: how to use it – für die, die sich bei der Vergabe der Hirnzellen ganz hinten angestellt haben – hat eine sicher ganz zufällig sexualisierte Aura. Also, ich hab ja schon viele Gartenschläuche angeschlossen, aber mit solcher Hingabe und Langsamkeit hab ich das echt noch nie geschafft. Hätte dabei auch nie etwas Erotische gesehen. Isses eigentlich auch nicht. Aber die Firma versucht das irgendwie verzweifelt so aussehen zu lassen. Weil sonst ist diese wahnsinnig innovative Outdoordusche ja kein superduper Designer must-have Lifestyle-Produkt, sondern, hmm, wie drück ich das nett und höflich aus – kompletter Blödsinn, äh, entbehrlich. Ja, das klingt besser. Als Kinder haben wir uns wenigstens noch mit dem Gartenschlauch an sich angespritzt – oder die anderen. Das war lustiger. Grandios war es auch, durch den Gartensprenger durchzulaufen. Was die zwei Dinger gemeinsam haben: Sie haben primär die Funktion, die Wiese, den Garten mit Wasser zu versorgen. Erst an zweiter Stelle dienen sie dem Menschen zur Erfrischung an heißen Tagen. Ich will ja gar nicht sagen, dass es an heißen Tagen nicht fein ist, ein bisserl ein kaltes Wasser am Körper zu spüren. Aber so? Wobei, der Preis macht natürlich alles wett. Knackige 580 Euronen für das edle Designerstück. Eine Okkasion.

Selbstbild und so

Zugegebener Maßen ist es wirklich lang her, seitdem ich meiner Tastatur ein paar Zeilen für den Elfenbeinturm entlocken konnte. Aber leider kommt einem immer wieder das Leben dazwischen. Und das hat nicht immer nur schöne Überraschungen parat. Umso wohltuender ist es, wenn es dann wieder Momente gibt, in denen man lachen kann, ja irgendwie sogar muss. Bei folgendem Bildchen hab ich echt nicht anders können. Und irgendwie ist es wirklich fast zu nahe dran an der Wahrheit.